Sportbrillen – geschützte Augen beim In- und Outdoorsport

Eine normale Brille macht viel für ihren Träger: Sie lässt ihn die Welt wieder scharf sehen, schützt ihn manchmal sogar vor UV-Licht und ist oft auch ein modisches Accessoire. Beim Sport sollte sie dennoch nicht getragen werden. Die Alltagsbrille splittert oder bricht zu schnell und stellt daher ein Verletzungsrisiko dar. Sportbrillen sind eine gute Alternative für Menschen, die trotz Sehschwäche weiter ihrem Lieblingssport nachgehen wollen.

Doch Sportbrillen sind längst nicht nur etwas für Menschen mit Sehschwäche. Auch wer im Alltag keine Brille benötigt, sollte beim Sport seine Augen schützen. Denn: Nicht nur bei Unfällen können die Augen Schaden nehmen. Auch Wind oder Staub in der Luft können die Augen reizen.

Eine gute Sportbrille hat gummierte Bügel, damit sie nicht rutscht.

Warum brauchen Sportler spezielle Brillen?

Ein wichtiges Argument für eine Sportbrille ist die Sicherheit. Es ist allgemein bekannt, dass beim Sport ein erhöhtes Verletzungsrisiko besteht. Neben Muskeln, Sehnen und Knochen können auch die Augen Schaden nehmen. Je nach Sportart drohen dabei ganz unterschiedliche Gefahren: Bei Kontaktsportarten wie zum Beispiel Kampfsport kann aus Versehen das Gesicht getroffen werden. Ballsportarten bergen das gleiche Risiko, im oder am Auge verletzt zu werden. Bei Sport im Freien liegt die Gefahr dagegen eher in UV-Strahlung, Lichtreflexen, Wind und Fremdkörpern. Eine Sportbrille dient dazu, das Auge vor dieser Fremdeinwirkung zu schützen.

Doch auch das Tragen der falschen Brille kann beim Sport fatale Folgen haben. Bei Unfällen oder Zusammenstößen splittert oder bricht diese mit hoher Wahrscheinlichkeit und kann das Auge verletzen. Aus diesem Grund verzichten manche Menschen beim Sport ganz auf eine Brille. Um das Unfallrisiko zu senken, ist es jedoch wichtig, bei einer Fehlsichtigkeit eine passende Sehhilfe zu tragen. Dafür gibt es spezielle Sportbrillen mit Sehstärke.

Eigenschaften von Sportbrillen

Es gibt einige Eigenschaften und Qualitätskriterien, die eine gute Sportbrille aufweisen sollte:

  • ein Gestell aus bruchsicherem Material (Kunststoff eignet sich gut)
  • bruchfeste Gläser, zum Beispiel aus Polycarbonat
  • große Gläser für ein möglichst großes Blickfeld
  • hoher Tragekomfort, auch unter einem Helm
  • eine gebogene Form, die die Augen von der Seite schützt
  • ein rutschfester, sicherer Sitz
  • eine gute Fassung der Gläser, sodass diese im Fall der Fälle eher nach außen als nach innen brechen

Weitere Eigenschaften der Sportbrille richten sich danach, ob der Sport innen (indoor) oder im Freien (outdoor) ausgeübt wird.

Indoor-Sportbrillen

Kontaktsportarten gelten als typischer Indoor-Sport. Das sind zum Beispiel Mannschaftssportarten wie Handball oder Basketball, aber auch Kampfsportarten. Daneben werden noch manche Ballsportarten wie Tennis im Innern betrieben.

Wichtig ist, dass hierbei die Brille gut sitzt und besonders bei schnellen, ruckartigen Bewegungen nicht zu Boden fällt. Ein Kopfband oder Grip-Systeme an den Bügeln geben der Sportbrille zusätzlichen Halt. Es ist besonders auf die Stoß- und Bruchfestigkeit zu achten, sodass die Brille auch bei Zusammenstößen mit anderen Sportlern nicht beschädigt wird. Ein Nasenschutz bietet zusätzliche Sicherheit.

Outdoor-Sportbrillen

Die Auswahl an Outdoor-Sportarten ist sehr vielfältig. Neben Radfahren oder Reiten gehören auch Wassersportarten und der Wintersport dazu. Ihnen gemeinsam ist, dass die passende Sportbrille gut vor UV-Licht, Blendungen durch die Sonne und starken Wind schützen sollte. Sie weist daher größere und oft getönte Gläser auf.

Aber Vorsicht: Getönte Gläser allein bieten noch keinen UV-Schutz. Dieser ist unabhängig von der Färbung der Gläser. Eine Markierung am Bügel oder dem Etikett, meist in der Form „UV-400“, gibt den vorhandenen UV-Schutz an.

Für Sportarten, die einen Helm erfordern, ist zudem der Sitzkomfort wichtig. Gerade beim Ski- oder Snowboardfahren tragen Sportler den Kopfschutz mehrere Stunden. Die Sportbrille sollte daher unter dem Helm nicht drücken oder im Weg sein. Um ganz sicher zu gehen, können Sie Ihren Helm mit zum Optiker nehmen und direkt probieren, ob die Brille darunter passt.

Sportbrillen mit Sehstärke

Ein gutes Auge ist wichtig beim Sport, nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für die Leistungsfähigkeit. Wer unscharf sieht, wird sich intuitiv langsamer und vorsichtiger bewegen. Im Mannschaftssport ist es schwieriger, die eigenen von den gegnerischen Mitspielern zu unterscheiden. Letztendlich verzögert sich auch die Reaktionszeit, da man – zumindest gefühlt – immer noch einmal „genau hinsehen“ muss. Auch die Hand-Auge-Koordination wird beeinträchtigt.

Die Alltagsbrille beim Sport zu tragen, ist dennoch keine gute Idee. Sie ist für die Beanspruchung nicht gebaut und zu instabil. Im Zweifelsfall können dadurch Verletzungen am Auge entstehen. Geeigneter für Sportler mit Dioptrien ist eine Sportbrille mit Sehstärke. Diese spezielle Brille ist auf die Anforderungen beim Sport ausgerichtet. Für die optimale Sicht sorgen Korrekturgläser, die es entweder als Direktverglasung oder Clip-In-System gibt.

Direktverglasung

Bei der Direktverglasung werden die ursprünglichen Gläser der Sportbrille entfernt. An ihre Stelle kommen speziell geschliffene Gläser mit Sehstärke, die direkt am Gestell befestigt werden.

Die Vorteile: Die Direktverglasung bietet ein großes Sichtfeld. Die Gläser selbst beschlagen oder verschmutzen nicht schnell. Auch in Gewicht oder Optik gibt es kaum einen Unterschied zu herkömmlichen Sportbrillen. Je nach Modell können bis zu vier Dioptrien ausgeglichen werden.

Die Nachteile: Eine Direktverglasung ist oft teurer als Clip-In-Systeme. Zudem lassen sich die Gläser und deren Tönung nicht tauschen. Wenn sich die Sehstärke ändert, benötigen Sie eine neue Brille. Je nach Design der Brille und Krümmung der Gläser kann es an den Rändern zu Verzerrungen kommen.

Clip-In-System

Das Clip-In-System ist sehr beliebt. Dabei bleiben die eigentlichen Gläser der Sportbrille unverändert. Kleinere Gläser mit Korrekturschliff werden zusätzlich innen mit einem Clip befestigt.

Die Vorteile: Bei häufig wechselnder Sehschärfe muss nicht jedes Mal eine neue Brille gekauft werden. Diese Variante ist zudem für hohe Dioptrienwerte sehr gut geeignet. Bei vielen Sportbrillen mit Clip-In-System können zusätzlich die Frontgläser getauscht werden, damit ein Wechsel der verschiedenen Tönungen möglich ist.

Die Nachteile: Das Gesichtsfeld ist deutlich kleiner als bei einer Komplettverglasung. Außerdem verschmutzen die Gläser leichter, da sie näher an den Augen liegen. Manche Menschen empfinden es außerdem als störend, dass man die Korrekturgläser von außen sehen kann.

Kontaktlinsen und Sport

Kontaktlinsen wirken auf den ersten Blick wie eine gute Alternative zur herkömmlichen Brille. Sie schränken das Gesichtsfeld nicht ein und bieten bei guter Verträglichkeit einen hohen Tragekomfort. Es besteht allerdings die Gefahr, dass sie beim Sport herausfallen oder verrutschen. Außerdem verschmutzen die Kontaktlinsen beim Outdoor-Sport leicht durch kleine Partikel in der Luft.

Tipp: Weiche Kontaktlinsen eignen sich insgesamt eher für Sportler als harte. Sie haften besser im Auge und verrutschen daher nicht so schnell. Zudem werden oft Tageslinsen empfohlen, denn sie müssen nach dem Sport nicht aufwendig gereinigt werden.

Zudem können Kontaktlinsen bei einem Sturz oder Zusammenprall das Auge verletzen oder unter das Lid rutschen. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann gefährlich für das Auge werden. Auch wenn das eher selten der Fall ist, sollte zusätzlich zu den Kontaktlinsen eine Sportbrille zum Schutz getragen werden. Diese kann die Augen auch vor UV-Strahlung, Lichtspiegelungen, Wind oder Fremdkörpern schützen.