Augenverletzung – Wissenswertes über verschiedene Arten

20. November 2018

Das Auge ist ein Organ, das eine fast direkte Verbindung zur Außenwelt hat – nur das Lid schützt es, wenn es geschlossen ist. Es besteht daher immer die Gefahr einer Augenverletzung, beispielsweise durch spitze Gegenstände oder den Aufprall eines Balles beim Sport. So unterschiedlich die Ursachen für eine Augenverletzung sein können, so verschieden sind auch deren Auswirkungen. Welche Formen der Augenverletzung gibt es? Und was für Folgen können sie haben?

Mann mit Augenverletzung hält ihre Augen zu.

Augenverletzung: Welche Ursachen gibt es?

Eine Augenverletzung kann leicht sein und nur an der Oberfläche des Auges liegen – mit Augentropfen lässt sich eine solche meist gut behandeln. Sie kann aber auch schwerwiegender sein und bis ins Innere der Augen hineinreichen, was wiederum Auswirkungen auf die Behandlung hat. Darüber hinaus ist es auch möglich, dass sich Fremdkörper im Auge befinden, welche gegebenenfalls operativ entfernt werden müssen. Der Grund weshalb eine Augenverletzung entstanden ist, kann daher entscheidend für die Behandlung sein.

Denkbare Symptome einer Augenverletzung

  • Lichtempfindlichkeit
  • Schmerzen
  • Verlust der Sehkraft (vorübergehend oder dauerhaft)
  • Augendruckerhöhung (dieser kann sich durch Kopfschmerzen bemerkbar machen)
  • Tränen
  • Brennen

Mögliche Ursachen für eine Augenverletzung sind zum Beispiel:

  • Gewalteinwirkungen: Zu einer Verletzung des Auges kann es beispielsweise durch einen Schlag mit der Faust auf das Auge oder durch den Aufprall auf einen Airbag (bei einem Autounfall) kommen.
  • Stich- und Schnittverletzungen: Solche Augenverletzungen entstehen zum Beispiel durch ein Missgeschick mit einem Messer oder einer Schere. Deshalb sollten Kinder, die mit spitzen Gegenständen hantieren, nie aus den Augen gelassen werden. Zudem können auch umherfliegende Splitter das Auge verletzen, weshalb es ein gewisses Risiko darstellt, mit einer Brille Sport zu machen.
  • Verbrennungen und Verätzungen: Da das Auge ein sehr empfindliches Organ ist, reagiert es auch sensibel auf Hitze und chemische Stoffe. Zu einer Verätzung kann es beispielsweise kommen, wenn Abflussreiniger ins Auge gelangt. Eine Verbrennung entsteht zum Beispiel dann, wenn heißes Öl beim Braten ins Auge spritzt.

In jedem Fall sollte eine Augenverletzung von einem Arzt untersucht werden. Dieser kann feststellen, ob es sich um eine oberflächliche Augenverletzung handelt oder um eine, die in tiefere Schichten des Auges hineinreicht.

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Welche Augenverletzungen gibt es?

Nicht jede Augenverletzung gleicht der anderen. Dies liegt unter anderem auch am Aufbau des Auges. Das Auge setzt sich aus verschiedenen Gewebeschichten wie der Netzhaut oder der Bindehaut zusammen. Je nachdem, welcher Teil – bei einer Verletzung können immer auch mehrere Teile gleichzeitig betroffen sein – des Auges betroffen ist, handelt es sich auch um eine andere Form der Augenverletzung.

Verletzung der Augenlider

Eine Verletzung am Augenlid entsteht nicht selten durch einen Verkehrsunfall. Denn hier besteht eine besonders hohe Gefahr, dass beispielsweise Splitter aus der Windschutzscheibe Lider und Augen durchschneiden und zudem den Tränenkanal in Mitleidenschaft ziehen.

Eine Verletzung der Augenlider sollte von einem Arzt behandelt werden. Dieser versucht für gewöhnlich durch eine Operation, die Lidkanten und den Tränenkanal wiederherzustellen. Dies sollte so exakt wie möglich gemacht werden. Denn ein unvollständiger Lidschluss birgt die Gefahr, dass das Auge schlecht befeuchtet wird und langfristig Schaden nimmt.

Verletzung der Bindehaut

Es gibt mehrere Ursachen, die zu einer Verletzung der Bindehaut führen können. Dazu zählen unter anderem:

  • Risswunden: An der Bindehaut kann es zum Beispiel durch Späne beim Schleifen zu kleinen Rissen kommen. In der Regel verheilen sie nach ein bis zwei Tagen mithilfe einer desinfizierenden Salbe und eines Verbandes.1 In manchen Fällen müssen die Risse jedoch genäht werden.
  • Verätzungen: Substanzen, die Verätzungen verursachen, können in die Tiefe des Auges vordringen. Die Hornhaut nimmt bei einer Verätzung für gewöhnlich den größten Schaden. Es ist wichtig, das Auge so schnell wie möglich von einer ätzenden Lösung zu befreien.
  • Fremdkörperverletzungen: Fremdkörper, wie zum Beispiel Sand oder Staub, können sich in der Bindehaut festsetzen. Dort verursachen sie meist stechende Schmerzen bei jedem Lidschlag. Zudem können durch sie Kratzer auf der Hornhautoberfläche entstehen. Fremdkörper sollten schnellstmöglich entfernt werden.

Unter anderem können Ärzte durch Röntgenaufnahmen und Ultraschalluntersuchungen auf Nummer sichergehen, dass sie keinen Fremdkörper im Auge übersehen, der eine Augenverletzung ausgelöst haben kann.

Verletzung der Hornhaut

Augenverletzungen an der Hornhaut können oberflächig sein oder durch die Hornhaut hindurchgehen.

  • Oberflächliche Verletzungen: Bei Schleifarbeiten können sich zum Beispiel glühende Metallsplitter in die Oberfläche der Hornhaut einbrennen. In so einem Fall ist das Auge unter anderem gerötet. Zudem macht sich ein zunehmender Schmerz bemerkbar. Bei der Behandlung entfernt der Arzt für gewöhnlich den Fremdkörper mit dafür geeigneten Instrumenten. Anschließend wird eine desinfizierende Augensalbe aufgetragen und für ein bis zwei Tage ein Augenverband angelegt.
  • Penetrierende (eindringende) Verletzung: Es handelt sich um eine schwere Verletzung, die mit einer Durchbohrung der Hornhaut einhergeht. Meist geschieht dies durch einen spitzen Gegenstand. Es ist möglich, dass es durch den eingedrungenen Fremdköper zusätzlich zu einer Verletzung der Iris, der Linse, der Lederhaut oder der Netzhaut kommen kann. Je nachdem wie tief die Verletzung ist, kann eine kleine Sehstörung die Folge sein oder sogar die Erblindung des Auges. Behandelt wird diese Form einer Augenverletzung meist durch eine Operation.

Ärzte unterscheiden oft noch einmal zwischen einer kleinen und einer großen Augenverletzung der Hornhaut. Kleine, an der Oberfläche liegende Verletzungen werden oft durch Eisensplitter ausgelöst. Große penetrierende Hornhautverletzungen zerstören das Auge breit, sodass das Wasser im Auge (Kammerwasser) abfließt und das Auge in sich zusammenfällt. Diese Augenverletzung trat bei Autounfällen häufiger auf, als es den Airbag noch nicht gab.

Verletzung der Augenhöhle

Die Verletzung der Augenhöhle stellt eine weitere Form der Augenverletzung dar. Sie ist auch unter dem Namen Blow-out-Fraktur bekannt.

Verursacht wird diese Art der Augenverletzung oft durch Gewalteinwirkung auf das Auge, beispielsweise einen Faustschlag oder das Aufschlagen eines Balls beim Sport. Durch den Aufprall entsteht ein hoher Druck, welcher dazu führen kann, dass die Augenhöhle –die knöcherne Grube, in der sich der Augapfel befindet – an der dünnsten Stelle des Bogens bricht. Zu den Symptomen, die dadurch entstehen können, zählen unter anderem

  • Schwellungen,
  • Einblutungen,
  • Schmerzen,
  • eine eingeschränkte Blickhebung und
  • Sensibilitätsstörungen an der Oberlippe, da deren Muskel durch die Verletzung eingeklemmt sein kann.

Bei einer geringen Verletzung an der Augenhöhle ist meist keine Operation notwendig. Die Einblutungen gehen für gewöhnlich von selbst zurück und der Knochen wächst wieder zusammen. Handelt es sich jedoch um eine starke Augenverletzung an der Augenhöhle, muss diese durch eine Operation wiederhergestellt werden. In den meisten Fällen kommt es jedoch nur selten zu einer schweren Augenverletzung.

Regina Lopes Bombinho Brandt
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin