Geschwollene Augen: Wie sie entstehen und was Sie dagegen tun können

Schön ist dieser Moment nicht: Wenn beim morgendlichen Blick in den Spiegel die Augen geschwollen und dunkelumrandet zurückblicken. Doch über die ästhetischen Aspekte hinaus, treten geschwollene Augen ebenso akut oder chronisch im Zusammenhang mit etlichen Erkrankungen auf. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ursachen, Risiken und Pflege.

Frau lindert mit einfachen Tricks ihre geschwollene Augen.

Wie geschwollene Augen entstehen

Die Haut um die Augen ist vergleichbar mit Pergament. Sie ist sehr zart und deutlich dünner als die restliche Haut im Gesicht. Zudem ist sie frei von straffendem Bindegewebe sowie polsternder Unterhaut und somit hochsensibel. Haben wir beispielsweise am Vorabend zu salzig gegessen, ein Gläschen viel getrunken oder nachts zu wenig geschlafen, spiegelt sich dies sofort an der Augenpartie wieder. Der Grund: Die im Körper gespeicherte Flüssigkeitsmenge hat sich erhöht. Die Folge sind kleine Ödeme (Wassereinlagerungen) unter den Augen, die morgens als geschwollene Augen und Tränensäcke wahrgenommen werden.

Geschwollene Tränensäcke können zudem entstehen, wenn der Lymphfluss beeinträchtigt wird. Dies ist ebenso die Folge von zu wenig Schlaf oder übermäßigem Konsum von Genussmitteln, führt jedoch zu Fetteinlagerungen im Unterlid und dem darunterliegenden Gewebe. Auch ein vorangeschrittenes Alter sorgt dafür, dass man Tränensäcke, die geschwollen sind, eher sieht. In erster Linie ist hierbei das über die Jahre zunehmende Erschlaffen der Haut, der Muskulatur und des Bindegewebes verantwortlich zu machen. Liegt eine Vorbelastung mit sichtbaren Tränensäcken in der eigenen Familie vor, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens selbst geschwollene Tränensäcke zu bekommen. Die Neigung zu Schwellungen des unteren Augenlids ist nämlich vererbbar. In einem solchen Fall kann es vorkommen, dass bereits bei jungen Menschen die Tränensäcke geschwollen und daher besonders auffällig sind.

Neben den genannten Gründen für geschwollene Augen und Tränensäcke gibt es ebenso Augenkrankheiten, die zu Flüssigkeitseinlagerungen im Bereich der Augen führen können. Dazu zählen beispielsweise:

  • Bindehautentzündung: Bakterien, Viren oder Fremdkörper lösen eine Bindehautentzündung aus. Betroffene haben häufig Schmerzen und geschwollene Augen.
  • Gerstenkorn: Bakterien (Staphylokokken) sorgen für eine eitrige Entzündung mancher Drüsen in den Augenlidern. Typisches Symptom ist, neben dem knötchenartigen Gerstenkorn selbst, eine schnell zunehmende Schwellung der betroffenen Lider.
  • Trockene Augen: Bildschirmarbeit oder der Aufenthalt in stark klimatisierten Räumen können die Augen austrocknen. Dies macht sich nicht nur durch ein Fremdkörpergefühl bemerkbar, sondern auch durch Brennen, Rötungen und geschwollene Augen.
  • Hagelkorn: Hagelkörner treten typischerweise nur am Oberlid auf. Charakteristisches Zeichen ist eine schmerzfreie Schwellung
  • Zudem kommen bei geschwollenen Augen auch Allgemeinerkrankungen als Ursache infrage:

    • Allergien: Beispielsweise Pollen sorgen bei Allergikern für tränende, juckende und geschwollene Augen.
    • Nierenversagen: Diese Erkrankung sorgt für Wassereinlagerungen im ganzen Körper. Neben den Beinen können ebenso Gesichtspartien an Volumen zunehmen.
    • Herzschwäche: Eine verringerte Pumpleistung des Herzens kann zu Wassereinlagerungen in den Augenlidern führen.
    • Tumor: Sowohl gut- als auch bösartige Geschwüre können für Schwellungen am Auge sorgen.

    Auch eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) hat mitunter zur Folge, dass das Gesicht und die Augen anschwellen können. Leiden Sie unter den genannten Symptomen, ist es empfehlenswert, einen Arzt aufsuchen.

    Geschwollene Augen oder Tränensäcke: Wann müssen Sie zum Arzt?

    Falls Sie sehr häufig an geschwollenen Augen und Tränensäcken leiden, für die es keinen offensichtlichen Grund wie beispielsweise Schlafmangel gibt, sollten Sie zum Augenarzt gehen. Es wäre zum Beispiel möglich, dass Sie allergisch auf Hausstaubmilben reagieren.

    Ebenfalls sollten Sie einen Arzt konsultieren, wenn zu den Schwellungen Augenbeschwerden wie Rötungen, Schmerzen und eitriger Ausfluss hinzukommen. In diesem Fall könnte den Beschwerden eine bakterielle Infektion zugrunde liegen. Wirksam im Kampf gegen Bakterien ist ein Antibiotikum, das in Form von Salben oder Tropfen in die Augen gegeben wird.

    Geschwollene Augen: Die richtige Pflege nach einer langen Nacht

    Wer wirklich nur zu wenig geschlafen hat, kann mit ein paar einfachen Tricks das Abschwellen der Augen beschleunigen. Probieren Sie doch einmal diese drei Tipps:

    • Kühlen: Egal, ob Sie Teelöffel, aufgekochte Teebeutel oder einen Waschlappen für einige Momente im Kühlschrank herunterkühlen lassen – eine angenehme Abkühlung verschaffen alle drei. Einfach vorsichtig auf die geschlossenen Augen legen und entspannen.
    • Trinken: Nehmen Sie viel Wasser zu sich. Das bringt den Abtransport von Wasseransammlungen im Gewebe in Schwung.
    • Massage: Fahren Sie mit Zeige- und Mittelfinger in kreisenden Bewegungen die geschlossenen Augenlider entlang. Auch ein sanftes Trommeln auf den Lidern sorgt für eine bessere Durchblutung.

    Als Geheimtipp bei geschwollenen Augen und Tränensäcken wird oftmals auch die Anwendung von Hämorrhoiden-Salbe genannt, die für eine schnelle Abschwellung sorgen soll. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da in solchen Salben häufig Kortison oder örtliche Betäubungsmittel enthalten sind. Da vor allem das Kortison die ohnehin sehr sensible Haut um die Augen schwächt, ist es ratsam, auf diese Salben möglichst zu verzichten. Als gute Alternative können beispielsweise Extrakte der Rosskastanie dienen, die eine natürliche abschwellende Wirkung entfalten.

Sandra Stöckl-Bayerlein
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Jan Zimmermann
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Medizinredakteur und Medienwissenschaftler