Iritis: Die Regenbogenhautentzündung

29. Januar 2019
6 Min.

Bei der Iritis handelt es sich um eine Entzündung der Regenbogenhaut – besser bekannt als Iris – die sich im vorderen Teil der Augen befindet und unter anderem für deren Farbe verantwortlich ist. Vor allem Autoimmunerkrankungen oder Infektionen gelten als Ursachen für eine Regenbogenhautentzündung. Wie behandelt der Arzt und welche Symptome sind typisch bei einer Iritis? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie hier.

Auge mit Regenbogenhautentzündung.

Überblick

Symptome einer Regenbogenhautentzündung

Die in der Regel recht plötzlich eintretenden Symptome der Regenbogenhautentzündung (Iritis) beschränken sich auf ein Auge. Betroffene haben unter anderem folgende Beschwerden:

Zusätzlich kann es bei einer Regenbogenhautentzündung zu einer Verklebung zwischen Iris und der dahinterliegenden Linse kommen. Verantwortlich ist hierfür die Freisetzung von Proteinen (Eiweißen) im Inneren des Auges. Zu erkennen ist die Anheftung an einer nicht gleichmäßig runden Pupillenform beziehungsweise geringen oder fehlenden Größenänderung der Pupille bei einfallenden Lichtreizen. Die Verklebung gilt in der Regel als Ursache für die gesteigerte Lichtempfindlichkeit der Augen. Betroffene sollten umgehend einen Arzt aufsuchen, da die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Grauem Star besteht.

Konsultieren Sie einen Experten

Da die Symptome der Iritis sehr ähnlich zu anderen Erkrankungen, wie beispielsweise einer Konjunktivitis (Bindehautentzündung) sind, ist es in jedem Fall ratsam einen Arzt zu konsultieren. Dieser erstellt einen genauen Befund und leitet die entsprechende Behandlung in die Wege.

Häufig geht die Iritis auch auf die angrenzenden Teile des Auges über. Je nachdem, ob die Entzündung nur die Iris oder auch den ringförmigen Ziliarkörper betrifft, der sie umschließt und an Ort und Stelle hält (auch Strahlenkörper genannt), werden unterschiedliche Fachbegriffe verwendet:

  • Iridozyklitis: Sobald neben der Iris, auch der Ziliarkörper Teil der entzündlichen Erkrankung ist, sprechen Mediziner von einer Iridozyklitis.
  • Uveitis: Sind zusätzlich zur Regenbogenhautentzündung auch Ziliarkörper, die Aderhaut (umschließt das Auge) und bisweilen auch der Glaskörper von einer entzündlichen Erkrankung betroffen, handelt es sich um die sogenannte Uveitis.

Der Glaskörper ist der mittlere und größte Teil des Auges, der mit einer gelartigen, durchsichtigen Substanz gefüllt ist und dem Auge seine rundliche Form gibt.

Welche Ursachen führen zu einer Iritis?

Hauptursachen für eine Iritis sind Infektionen sowie rheumatische und immunologische Erkrankungen. Meistens ist die Regenbogenhautentzündung die Begleiterscheinung einer Abwehrreaktion des Immunsystems auf eine Infektion in anderen Bereichen des Körpers (beispielsweise im Genitalbereich oder nach einem Zeckenstich auf der Haut). Mit anderen Worten: Das Auge ist nicht selbst mit Keimen infiziert. Besonders im Fokus stehen dabei Bakterien wie Chlamydien, Borrelien und Yersinien (Yersinia), die zum Beispiel durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, Zecken oder kontaminierte Lebensmittel Verbreitung finden. Für gewöhnlich reagiert der Körper mit Entzündungen auf Krankheitserreger oder Fremdstoffe und versucht sie auf diese Weise aus dem Organismus zu entfernen. In Fall einer Iritis jedoch greift er körpereigene Strukturen im Augeninneren an. Die genauen Ursachen dafür sind wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt.

Eine ausgewiesene immunologische Erkrankung, die ebenfalls eine Regenbogenhautentzündung hervorrufen kann, ist die sogenannte Sarkoidose (auch Morbus Boeck genannt). Dabei handelt es sich um eine Krankheit im Bereich der Lymphknoten oder der Lunge, bei der sich Knötchen im Gewebe bilden. Diese löst eine Überreaktion des Immunsystems aus. Nicht selten sind davon gleichzeitig auch andere Organe betroffen, wie beispielsweise die Haut oder — wie im Falle der Iritis — die Augen.

Genetische Veranlagung

In seltenen Fällen spielen genetische Faktoren eine Rolle. Insbesondere Frauen, die ein spezielles Merkmal im Genmaterial tragen (HLA B27), leiden vermehrt unter Regenbogenhautentzündungen.

Auch rheumatische Krankheiten sorgen mitunter für die Entstehung einer Iritis, welche sich, ähnlich wie bei der bakteriellen Infektion, auf das Immunsystem auswirken und Abwehrmechanismen in Gang setzen. Die Entzündung der Iris ist dabei ebenso eine Begleiterkrankung zu bereits bestehenden Beschwerden. Ein behandelnder Arzt wird daher beispielsweise nach

  • entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen (wie Morbus Bechterew),
  • Gelenkerkrankungen (Arthritis),
  • Sehnenscheidenentzündungen (Tenosynovitis) oder
  • Entzündungen von Sehnenansätzen (Enthesiopathie)

fragen, um eine möglichst genaue Diagnose zu stellen. Sofern keine vorangegangene Verletzung oder Überanstrengung besteht, sind auch plötzliche und unerklärliche Schmerzen in Rücken, Fersen oder im Bereich der Achillessehne ein mögliches Indiz für eine Iritis.

Behandlung der Regenbogenhautentzündung

Zu Beginn der Behandlung einer Iritis verschreibt der Arzt meist Tropfen oder Salben, die in erster Linie entzündungshemmend wirken. Gegebenenfalls kommen auch Pupillen erweiternde Präparate zum Einsatz, um ein Verkleben von Linse und Iris und eine daraus resultierende, dauerhafte Beeinträchtigung der Sehfunktion zu verhindern.

Liegt eine bakterielle Infektion zugrunde, erfolgt eine antibiotische Behandlung der Regenbogenhautentzündung, die die Bakterien im Körper gezielt bekämpft. Die Dosis der Antibiotika sowie die Einnahmedauer ermittelt der behandelnde Augenarzt anhand der Bakterienart und der Schwere der Symptome. Wichtig ist hier, dass die antibiotische Wirkung ausreichend hoch ist, um alle Erreger restlos abzutöten. Gelingt dies nicht vollständig, besteht das Risiko eines erneuten Entzündungsausbruchs. Dafür ist ebenso wichtig, dass der Betroffene die Medikation nicht eigenmächtig beendet, sobald sich eine erste Besserung der Symptome einstellt.

Jan Zimmermann
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Medizinredakteur und Medienwissenschaftler
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