Blepharitis (Lidrandentzündung): Ursachen, Symptome, Behandlung

13. November 2018

Die Lidrandentzündung ist eine häufige Augenerkrankung und kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen. Blepharitis ist der medizinische Oberbegriff für eine Entzündung der Augenlider. Welcher Auslöser dahintersteckt, hängt vom exakten Krankheitsbild ab. Man unterscheidet zum einen zwischen akuter und chronischer Blepharitis, je nachdem wie lange die Entzündung anhält. Zum anderen wird in Abhängigkeit der anatomischen Lage der Erkrankung von vorderer (anteriorer) und hinterer (posteriorer) Blepharitis gesprochen.

Gerötete Augen können ein Anzeichen einer Blepharitis (Lidrandentzündung) sein.

Die Ursachen einer Lidrandentzündung sind abhängig vom Ort der Entzündung

Die vordere, oder auch anteriore, Blepharitis bezeichnet Entzündungen am Augenlid und an den Haarwurzeln der Wimpern sowie Hautirritationen am Lidrand. Obwohl eine anteriore Blepharitis verschiedene Ursachen haben kann, steckt häufig eine bakterielle Infektion oder eine seborrhoische Dermatitis dahinter – eine schuppende Hautentzündung.

Bei einer hinteren (posteriore) Blepharitis sind die Talgdrüsen am Rand der Augenlider (Meibom-Drüsen) betroffen. Sie produzieren eine ölige Substanz, die ein wichtiger Bestandteil des normalen Tränenfilms ist und die Oberfläche des Auges benetzt. Ist die Funktion der Talgdrüsen gestört und sie sondern eine übermäßige Menge an Talg ab. Das kann ein lästiges Brennen, juckende Augenlider oder eine Entzündung der Augen hervorrufen. Die Meibom-Drüsen können auch dann Probleme verursachen, wenn sich Bakterien oder andere Keime in den Lidrändern einnisten. Als weitere Ursache für eine hintere Blepharitis kommt unter anderem Rosazea in Betracht – eine chronische Hauterkrankung, die durch Rötungen im Mittelgesicht gekennzeichnet ist.

Auch allergische Reaktionen, etwa auf bestimmte Kosmetikprodukte, Kontaktlinsen-Flüssigkeit oder Augenmedikamente, können eine Lidrandentzündung hervorrufen. In sehr seltenen Fällen sind es Milben oder Läuse, die sich in den Augenwinkeln einnisten und eine entzündliche Reaktion auslösen.

Symptome einer Blepharitis

Eine präzise Bestimmung, welche Art von Erkrankung vorliegt, kann nur von einem Arzt vorgenommen werden. Im Allgemeinen deuten jedoch folgende Symptome auf eine Blepharitis hin:

  • verklebte Augenlider und verkrustete Wimpern, vor allem nach dem Schlafen
  • rote Augen
  • tränende, wässrige Augen
  • ein sandiges, brennendes oder stechendes Gefühl in den Augen
  • juckende Augenlider
  • rote, geschwollene Augenlider
  • Abschuppung der Haut rund um die Augen
  • häufigeres Bedürfnis zu Blinzeln
  • Lichtempfindlichkeit
  • Ausfall von Wimpern
  • Fremdkörpergefühl im Auge

Eine Lidrandentzündung verursacht in der Regel keine bleibenden Schäden. Auch ein negativer Einfluss auf die Sehkraft ist nicht bekannt. Allerdings kann es, vor allem bei chronischen Verläufen der Blepharitis, zu Anschluss-Erkrankungen kommen. Die veränderte Hautflora im Augenbereich, der gestörte Tränenfilm und die unnatürliche Talgproduktion begünstigen die Entwicklung von Gersten- und Hagelkörnern und erhöhen das Risiko einer Horn- oder Bindehautentzündung

Gut zu wissen: Einfache Hausmittel gegen juckende Augenlider

Bei juckenden Augenlidern gibt es einige Hausmittel, die schnell und unkomplizierte Abhilfe gegen die Beschwerden schaffen können. Ein Beispiel dafür sind Gurken. Sie enthalten den sekundären Pflanzenstoff Fisetin, weshalb ihnen eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Für eine Anwendung waschen Sie die ungeschälte Gurke gründlich, legen Sie sie für circa fünfzehn Minuten ins Eisfach des Kühlschranks und im Anschluss für etwa zehn Minuten auf das betroffene Auge. Durch den Inhaltsstoff und die Kälte sorgt dies für Linderung bei juckenden Augenlidern.

Grüner Tee kann die Symptome von juckenden Augenlidern ebenfalls bekämpfen: Er ist reich an Antioxidantien und wirkt antibakteriell. Brühen Sie zwei Teebeutel mit einem halben Liter destillierten Wasser auf und lassen Sie den Tee abkühlen. Mit dem Aufguss spülen Sie Ihre Augen bestenfalls mehrmals am Tag.1 Für die Anwendung empfiehlt sich beispielsweise ein Augenbad. Geben Sie den Tee hierzu in eine sogenannte Augenwanne (kleines rundliches Gefäß aus Kunststoff oder Glas) und legen Sie es bei gesenktem Kopf auf das Auge, sodass es bündig anliegt. Neigen Sie den Kopf nun langsam nach hinten bis das Gesicht nach oben zeigt und öffnen Sie das Auge vorsichtig.

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Behandlung und Pflege

Bei bakteriellen Infektionen werden vom Augenarzt oftmals Antibiotika und entzündungshemmende Wirkstoffe verschrieben. Gegen allergisch bedingte Blepharitis kann auch Kortison zur Anwendung kommen. Da diese Medikamente jedoch nicht zum längerfristigen Einsatz geeignet sind, ist besonders bei chronischen Verläufen oberstes Gebot: gewissenhafte Lidrandhygiene. Selbstpflegemaßnahmen wie die folgenden sind in vielen Fällen die effektivste Behandlung, sowohl von anteriorer als auch von posteriorer Blepharitis:

  • Tägliche Reinigung des Auges: Entfernen Sie Verkrustungen am Lidrand und an den Wimpern mit einem in Wasser oder Olivenöl getränkten Tuch. Verwenden Sie jeweils ein frisches und sauberes Tuch für jedes Auge. Alternativ können Sie auch auf Wattepads oder Waschlappen zurückgreifen.
  • Das Auge unbedingt sauber halten: Vermeiden Sie es, Augenkosmetik und Kontaktlinsen zu verwenden.
  • Wärme hilft: Warme Kompressen können dabei unterstützen, das ölige Sekret in den Drüsen zu verflüssigen.
  • Für Feuchtigkeit sorgen: Die Verwendung von befeuchtenden Augentropfen (künstlichen Tränen) lindert die Symptome eines trockenen, gereizten Auges. Achten Sie bei der Auswahl der Tropfen auf möglichst hautschonende, konservierungsmittelfreie Produkte.

Im Laufe einer akuten Lidrandentzündung empfiehlt es sich, die obenstehenden Pflegetipps je nach Bedarf anzuwenden. Wenn es die Beschwerden erfordern, auch mehrmals täglich.

Jenni Graf
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Medizinredakteurin