Diese Instrumente helfen dem Augenarzt, Licht ins Dunkel zu bringen

13. November 2018

Heutzutage sind viele Augenkrankheiten wie der Grüne Star gut behandelbar; besonders wenn sie früh erkannt werden. In der Regel helfen Untersuchungsinstrumente einem Augenarzt dabei, den Zustand der Augen zu beurteilen und falls nötig eine verlässliche Diagnose zu stellen. Doch, mit welchen Instrumenten untersucht Sie Ihr Augenarzt?

Ein Augenspiegel ist ein Instrument, das einem Augenarzt bei der Diagnose hilft.

Spaltlampe – ein wichtiges Instrument für Augenärzte

Die Spaltlampe ist für den Augenarzt eines der wichtigsten Instrumente zur Untersuchung seiner Patienten. Sie gehört in vielen Augenarztpraxen zur Grundausstattung. Durch sie ist es möglich, das Augengewebe optisch sehr stark zu vergrößern – was für eine genaue Diagnosestellung wichtig sein kann. Zudem wird das vergrößerte Auge in einer sehr guten Qualität dargestellt.

Im Grunde handelt es sich bei der Spaltlampe um ein besonderes Mikroskop, welches auf das Auge gerichtet wird. Dieses schafft es, das Gewebe des Auges 6,3- bis 40-mal größer darzustellen1. Sie ist zudem mit einem besonderen Licht ausgestattet, das wie ein heller Schlitz wirkt. Dieser Lichtspalt ist in seiner Höhe und Breite variabel verstellbar.

Mithilfe der besonderen Beleuchtungsmöglichkeit können Ärzte Veränderungen erkennen, die sich tief im Augengewebe befinden. Dadurch ist es zum Beispiel möglich einen Riss in der Hornhaut zu erkennen. Zudem kann ganz genau gesehen werden, an welcher Stelle im Auge sich eine Auffälligkeit befindet.

Für gewöhnlich erfolgt die Untersuchung der verschiedenen Schichten des Auges von außen nach innen – das heißt von Lidern,Bindehaut, Lederhaut, Hornhaut, Iris und Linse bis hin zum Glaskörper.

In der Regel ist eine Spaltlampe fest an einem Tisch angebracht. Jedoch haben Ärzte in vielen Fällen zur Untersuchung die Möglichkeit die Spaltlampe in ihrer Höhe zu verstellen – damit wird die Körpergröße des jeweiligen Patienten berücksichtigt.

– Anzeige – Hylo Eye Care

Die Spaltlampe ermöglicht besondere Untersuchungsmethoden

Die Spaltlampe ist ein von Augenärzten verwendetes Instrument, das neben seiner Hauptfunktion (das Augengewebe stark zu vergrößern) noch mehr kann. Denn sie ermöglicht einige Spezialuntersuchungen. Zu diesen zählen:

  • die Anfärbung mit Fluorescein: Mit einem kleinen Papierstreifen kann der fluoreszierende (leuchtende) Farbstoff in das Auge gegeben werden – er verteilt sich durch die Tränenflüssigkeit. Anschließend kann mithilfe der Spaltlampe und zugeschaltetem Blaulicht erkannt werden, ob der Tränenfilm eines Patienten sein ganzes Auge benetzt. Das spezielle Licht der Spaltlampe bringt den Farbstoff zum Leuchten, so dass der Tränenfilm gelb-grün erscheint. Auch die Beurteilung der Augenoberfläche ist möglich – Risse lassen sich unter Betrachtung der Spaltlampe deutlich erkennen.
  • die Anfärbung mit Bengalrosa: Wenn das Auge rosa eingefärbt wird, lassen sich mit der Spaltlampe Zellschäden einfacher erkennen, die zum Beispiel durch ein zu trockenes Auge entstanden sein können.

Neben den beiden genannten Untersuchungsmethoden ermöglich die Spaltlampe auch noch eine weitere – die Tonometrie nach Goldmann. Dabei wird ein kleines Prisma – auch Tonometer genannt – ganz sanft ins Auge gedrückt, um den Augeninnendruck zu messen. Der Patient braucht dabei keine Angst zu haben, denn der Arzt hat durch die Spaltlampe das Auge stark vergrößert im Blick.

Das Tonometer – der kleine Helfer der Spaltlampe

Die Tonometrie nach Goldmann wäre ohne ein Tonometer – ein kleines Prisma – und die Spaltlampe nicht denkbar. Dies wird durch den Ablauf dieser Untersuchungsmethode deutlich. Für gewöhnlich erfolgen bei einer Tonometrie nach Goldmann die folgenden Schritte:

  • Als erstes tropft der Arzt seinem Patienten, zum Beispiel mit einer Pipette, eine fluoreszierende Flüssigkeit ins Auge.
  • Anschließend wird die Blaulichtfunktion der Spaltlampe aktiviert.
  • Nun führt der Augenarzt das Tonometer langsam zum Auge, bis er die Hornhaut berührt. Sein Vorgehen beobachtet der Arzt durch die Sehöffnung der Spaltlampe.
  • Sobald das Tonometer die Hornhaut berührt, erscheinen dem Arzt im Guckloch der Spaltlampe zwei versetzte grünliche Halbkreise – ein Effekt der durch das Blaulicht und die fluoreszierende Flüssigkeit entsteht.
  • Der Arzt dreht nun solange an der Schraube der Halterung, an der das Tonometer befestigt ist, bis sich die beiden Kreise an den Innenseiten berühren. Dabei wird bei jeder Drehung der Tonometerdruck auf das Auge erhöht.

Einfacher gesagt presst der Augenarzt bei einer Tonometrie nach Goldmann ein Tonometer mithilfe einer Federwaage – eine besondere Halterungsvorrichtung – ins Auge. Wenn sich die beiden Halbkreise berühren, ist der Punkt erreicht, an dem die Hornhaut dem Druck nicht mehr standhält. An dieser Stelle wird das Eindrücken abgebrochen und an den Instrumenten die Höhe des Augeninnendrucks abgelesen. Patienten spüren dabei kaum etwas. Denn in der Regel wird vor der Untersuchung ein Betäubungsmittel aufgetragen. Dieses wirkt nur an der Oberfläche des Auges.

Der Augeninnendruck
Der Normalwert des Augeninnendrucks liegt zwischen 14 bis 21 Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg)2 . Ist der Druck im Auge dauerhaft erhöht, kann dies zu einer vorübergehenden oder völligen Erblindung des Auges führen. Denn in vielen Fällen werden dadurch die feinen Nervenzellen im Auge geschädigt. Der Grüne Star ist wohl eine der bekanntesten Krankheiten, die durch zu hohen Druck entstehen können. Eine Druckerhöhung sollte so schnell es geht erkannt werden. Denn umso eher ein Arzt sie behebt, desto weniger schlimm ist der am Auge entstandene Schaden. Die erste Vorsorgeuntersuchung ist in der Regel ab dem 40. Lebensjahr zu empfehlen. Bei Menschen über 75 Jahre sollte sie regelmäßig erfolgen3.

Auch diese Instrumente benötigt ein Augenarzt

Natürlich ist die Spaltlampe ein wichtiges Instrument für einen Augenarzt. Doch es gibt noch weitere Gerätschaften, die ihm bei der Diagnose behilflich sind. Zu diesen gehören unter anderem die folgenden:

  • Keratometer: Ein anderes Wort für dieses Instrument, das vermutlich auch Ihr Augenarzt nutzt, ist Ophthalmometer. Verwendet wird ein es vor allen Dingen zur Bestimmung der Oberflächenkrümmung der Hornhaut sowie zum Anpassen von Kontaktlinsen. Das Licht, das der Ophthalmometer auf das Auge wirft, wird von diesem zurückgeworfen. Wenn Sie eine Untersuchung mit einem Keratometer durchführen lassen, wird Ihr Augenarzt diese Reflexionen ganz genau beobachten – durch sie kann er Aussagen über die Krümmung Ihrer Hornhaut machen.
  • Augenspiegel: Dieses Instrument, das auch Ophthalmoskop genannt wird, hilft Ihrem Augenarzt dabei, die Netzhaut besser untersuchen zu können. Ein Augenspiegel besteht für gewöhnlich aus einer Lichtquelle und einem Spiegel mit einer Öffnung. Er kann so ausgerichtet werden, dass bei der Beleuchtung des Auges weder der Patient noch der Arzt geblendet wird. Betrachtet wird die Netzhaut durch die offene Stelle im Spiegel. Wenn eine spezielle Vergrößerungslinse (Sammellinse) am Augenspiegel angebracht wird, erscheint die Netzhaut bis zu sechs Mal größer.

Für einen Augenarzt sind Keratometer und Augenspiegel also wichtige Instrumente, um Ihre Horn- und Netzhaut beurteilen zu können. Je schneller und exakter die Diagnose gestellt wird, desto eher können Augenkrankheiten erfolgreich behandelt werden, wie zum Beispiel eine Makuladegeneration, die Erkrankung des Gelben Flecks (er befindet sich im Zentrum der Netzhaut). Im besten Fall wird jedoch festgestellt, dass Ihre Augen tadellos sind.

Regina Lopes Bombinho Brandt
E-Mail schreiben
Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin