Augenmigräne: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Symptome: Flimmern, Lichtblitze, Gesichtsfeldausfälle — häufig ohne Kopfschmerzen
  • Ursachen & Auslöser: Stress, Hormonschwankungen, neurologische Störungen, Ernährung, Magnesiumdefizit, Wechseljahre, Schlafmangel
  • Behandlung: Ruhe, Schmerzmittel, Stressreduktion
  • Vorbeugung: Vermeidung bekannter Trigger, Entspannungstechniken
  • Zum Arzt: Wenn Beschwerden erstmalig oder wiederholt auftreten, bei starker Abweichung von bekannten Schmerzmustern

Welche Symptome treten bei einer Augenmigräne auf?


Die Symptome einer Augenmigräne variieren von Person zu Person, beinhalten aber häufig Sehstörungen, die plötzlich auftreten. Zu den typischen Symptomen einer Augenmigräne gehören beispielsweise: 

  • Augenflimmern 
  • Lichtblitze 
  • Gesichtsfeldausfälle (meist einseitig) 
  • verschwommene Sicht 

Dabei ist zu erwähnen, dass ein Anfall von Augenmigräne nicht zwingend mit den migränetypischen Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen einhergeht. 

Die Dauer der Symptome reicht in der Regel von wenigen Minuten bis zu einer Stunde.1 Besonders wichtig ist es, bei wiederholtem Auftreten der Symptome einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann eine genaue Diagnose stellen sowie andere Ursachen ausschließen, wie etwa ein Glaukom oder eine Netzhautablösung

Was ist der Unterschied zwischen Augenmigräne und Migräne mit Aura?

Auch wenn bei der Migräne mit Aura ebenfalls Sehstörungen auftreten wie Flimmern, Unschärfe oder Verlust des räumlichen Sehens, ist ein wesentliches Abgrenzungsmerkmal der Zeitpunkt des Auftretens. Bei der Migräne mit Aura beginnen die visuellen Störungen vor den Kopfschmerzen. Bei der Augenmigräne hingegen, sind die Kopfschmerzen — sofern sie überhaupt auftreten — meist nicht so stark wie die Sehstörungen.

Visuelle Darstellung von Sehstörungen bei Augenmigräne: Flimmern, blinde Flecken und Lichtblitze

Welche Ursachen und Auslöser gibt es bei einer Augenmigräne?


Die Ursachen einer Augenmigräne sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt, jedoch gibt es einige Faktoren, die das Risiko für eine Entstehung von Augenmigräne erhöhen können: 

  • Stress: Hoher emotionaler oder physischer Stress ist ein häufiger Auslöser. 
  • Hormonschwankungen: Besonders während der Wechseljahre oder während der Schwangerschaft
  • Neurologische Faktoren: Es gibt Vermutungen, dass Störungen der Nervenbahnen im Gehirn — insbesondere im Bereich des Sehnervs — die visuellen Beschwerden einer Augenmigräne verursachen können. 
  • Ernährung: Ein Mangel an Magnesium und bestimmte Lebensmittel können Augenmigräne begünstigen. 
  • Schlafmangel: Vor allem zu wenig Schlaf oder sehr unregelmäßige Schlafzeiten gelten als möglicher Grund für Augenmigräne. Mediziner gehen davon aus, dass der fehlende Schlaf zu Störungen der Durchblutung im Gehirn und damit zu Augenmigräne führen kann. 
  • Wetterumschwünge: Experten vermuten, dass die Veränderungen von Luftdruck, Temperatur oder Luftfeuchtigkeit bei wechselndem Wetter die Blutgefäße im Körper beeinflusst und so Augenmigräne verursacht. 
  • Genetische Veranlagung: Die Wissenschaft gibt Hinweise darauf, dass die Entstehung von Augenmigräne möglicherweise durch genetische Veranlagung begünstigt wird. 

Um dem Auftreten einer Augenmigräne vorzubeugen, sollten die Auslöser möglichst frühzeitig identifiziert und — sofern möglich — vermieden werden. 

Augenmigräne — nicht zu verwechseln mit der retinalen Migräne

Bei der sehr seltenen retinalen Migräne sind ebenfalls die Augen betroffen — allerdings steht bei dieser die Retina (Netzhaut der Augen) im Fokus. Im Gegensatz zur Augenmigräne treten hier die Sehstörungen nicht beidseitig, sondern einseitig auf. Als Ursache vermuten Experten eine Durchblutungsstörung der Netzhaut oder des Sehnervs. Während des akuten Anfalls kann es zu Gesichtsfeldausfällen bis hin zur vorübergehenden Erblindung kommen.

Behandlung: Was tun bei einer Augenmigräne?


Akute Maßnahmen bei einer Augenmigräne sind unter anderem: 

  • Ruhe: Es ist ratsam, sich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zu legen und die Augen zu schließen. 
  • Schmerzmittel: Bei gleichzeitig auftretenden Kopfschmerzen können Schmerzmittel helfen, die Beschwerden zu lindern. 
  • Triptane: Diese schmerzstillenden Medikamente werden speziell bei Migräneanfällen verwendet und können auch bei Augenmigräne mit begleitenden Kopfschmerzen helfen. 

Ob reguläre Schmerzmittel oder Triptane eingenommen werden, muss aber jeder Betroffene im Einzelfall verantwortungsvoll für sich selbst oder im Zweifelsfall in Absprache mit einem Arzt entscheiden. Schließlich ist die Einnahme von Medikamenten stets mit möglichen Neben- und Wechselwirkungen verbunden. Generell sollten Schmerzmittel und Triptane nur an maximal zehn Tagen pro Monat verwendet werden.2 

Zu den langfristige Behandlungsmöglichkeiten bei einer Augenmigräne zählen beispielsweise: 

  • Stressmanagement: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Belastungen sowie Situationen zu vermeiden, die eine Migräne auslösen. 
  • Vermeidung von Triggern: Wenn bekannte Auslöser wie grelles Licht, Stress oder Wetterumschwünge identifiziert werden, sollte deren Vermeidung ein zentraler Bestandteil der Therapie sein. 

Welche Tipps helfen zur Vorbeugung einer Augenmigräne?


  • Magnesiumreiche Ernährung: Eine Ernährung, die reich an Magnesium ist, könnte helfen, das Risiko zu senken. Beispielsweise ist viel Magnesium in Mandeln, Sonnenblumen- oder Kürbiskernen sowie sämtlichen Vollkornprodukten enthalten. 
  • Auslöser meiden: Wer weiß, dass bestimmte Faktoren wie stressige Situationen oder hormonelle Schwankungen die Augenmigräne auslösen, sollte präventive Maßnahmen ergreifen, um diese zu vermeiden. 
  • Regelmäßige Entspannung: Durch häufige Pausen und Entspannung kann die Häufigkeit von Augenmigräne-Episoden reduziert werden. Zum Beispiel ist es bei konzentrierter Bildschirmarbeit empfehlenswert, immer wieder zu unterbrechen und in die Ferne (etwa aus dem Fenster) zu blicken. Auch kühlende Tücher auf Stirn und Schläfen sowie befeuchtende Augentropfen können zur Entspannung der Augenmuskulatur beitragen. 

Wann zum Arzt bei Augenmigräne?

Treten die beschriebenen Sehstörungen zum ersten Mal oder wiederholt auf, ist ein umgehender Besuch beim Allgemein- oder Augenarzt ratsam. Dieser kann beispielsweise andere Ursachen wie eine Netzhautablösung oder einen Schlaganfall sowie andere Ursachen für die Sehstörungen ausschließen. Weichen die Migräne-Schmerzen vom bisher bekannten Schmerzmuster ab, ist dies auch ein Warnsignal, das einen umgehenden Arztbesuch erforderlich macht.

Häufig gestellte Fragen zur Augenmigräne


Ist Augenmigräne ein Anzeichen von einem Hirntumor?

Augenmigräne ist in der Regel nicht mit einem Hirntumor in Verbindung zu setzen. Sie verursacht Sehstörungen, die in der Regel vorübergehend sind und oft in Verbindung mit Migräne auftreten. Wenn Augenmigräne jedoch zum ersten Mal auftritt oder sich die Symptome verändern, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um schwerwiegendere Ursachen auszuschließen, wie etwa eine Netzhautablösung oder andere neurologische Erkrankungen.

Wie hängen Augenmigräne und Schlaganfall zusammen?

Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Augenmigräne und einem Schlaganfall. Dennoch können ähnliche Symptome auftreten, wie beispielsweise plötzliche Sehstörungen. Es ist daher wichtig, bei erstmals auftretenden oder ungewöhnlichen Sehstörungen sofort ärztlichen Rat einzuholen, um einen Schlaganfall oder andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Augenmigräne und Beschwerden an der Halswirbelsäule?

Es gibt keinen wissenschaftlich belegten direkten Zusammenhang zwischen Augenmigräne und Beschwerden an der Halswirbelsäule. Dennoch kann Haltungsstress oder eine Verspannung im Nackenbereich als Auslöser für Migräneattacken wirken. Es ist ratsam, bei solchen Beschwerden ärztliche Hilfe zu suchen, um mögliche Ursachen zu klären.

Ist Augenmigräne gefährlich?

Augenmigräne ist in der Regel nicht gefährlich, da sie lediglich vorübergehende Sehstörungen verursacht, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Allerdings können wiederholte oder besonders starke Sehstörungen ein Hinweis auf andere gesundheitliche Probleme sein. Es ist daher ratsam, bei wiederholten Episoden ärztlichen Rat einzuholen, um schwerwiegendere Ursachen auszuschließen.

Kann Augenmigräne mehrmals am Tag auftreten?

Ja, es ist möglich, dass Augenmigräne mehrmals am Tag auftritt, insbesondere wenn die Auslöser wie Stress, Ernährungsfaktoren oder hormonelle Schwankungen nicht vermieden werden. Menschen, die häufiger unter Augenmigräne leiden, sollten mit ihrem Arzt besprechen, wie die Häufigkeit der Episoden reduziert werden kann.

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Julia Lindert Die Ressortjournalistin Julia Lindert spezialisierte sich während ihres Studiums auf die Themenfelder Medizin und Biowissenschaften. Medizinische Sachverhalte in verständlicher Sprache zu formulieren, ist das, was sie an ihrer Arbeit besonders mag. Ihr Credo in Bezug auf Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten: Nichts beschönigen, aber auch keine unnötigen Ängste schüren. Julia Lindert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Jan Zimmermann Egal ob Video, Foto oder Text – Hauptsache die Kreativität kommt nicht zu kurz. Noch während seines Masterstudiums der Medienwissenschaften und der Arbeit als Multimedia Content Creator in München, entwickelte Jan Zimmermann eine Passion für das Schreiben. Seit 2018 lebt er diese als Medizinredakteur bei kanyo® aus. Jan Zimmermann Medizinredakteur und Medienwissenschaftler kanyo® mehr erfahren
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