Fremdkörper im Auge – wenn etwas ins Auge geht

8. November 2018

Beim Radfahren oder am Strand: Schnell kann es passieren, dass Fremdkörper ins Auge gelangen. Gewöhnlich sorgen verschiedene Schutzmechanismen wie der reflexartige Lidschlag dafür, dass keine Eindringlinge ins Auge kommen. Manchmal können diese Schutzmechanismen jedoch nicht schnell genug greifen, beispielsweise bei starkem Wind. Ob Sand, Wimpern oder kleine Insekten, Fremdkörper im Auge sind nicht nur lästig. Das Auge schmerzt und reagiert mit Tränen.

Fremdkörper im Auge nicht durch reiben entfernen

Wenn Sand & Co. den Schutz des Auges umgehen

Das Auge ist normalerweise vor dem Eindringen von Fremdkörpern gut geschützt. Zum einen halten die Augenbrauen und -wimpern flüssige und feste Stoffe davon ab, ungehindert ins Auge zu gelangen. Zum anderen kann sich das Augenlid innerhalb von Sekundenbruchteilen schließen und so das Auge komplett abdecken.

Trotz der Schutzvorrichtungen des Auges kann es vorkommen, dass sich Fremdkörper an diesen „vorbeischleichen“. Häufig gelangen Fremdkörper durch (Fahrt-)Wind oder Zugluft ins Auge.

Zu den häufigsten Fremdkörpern im Auge gehören zum Beispiel:

  • Sandkörner oder Staub
  • kleine Insekten
  • Wimpern
  • Pflanzenteile, beispielsweise während des Gärtnerns
  • Metall- oder Holzsplitter (zum Beispiel beim Schreinern ohne Schutzbrille)

Darum landen so häufig Wimpern im Auge

Der häufigste Fremdkörper, der uns Menschen die Sicht trüben kann, ist wohl die Wimper im Auge. Doch wieso fallen uns die Wimpern aus? Ein Wimpernhärchen hat üblicherweise eine Lebensspanne von etwa 100 bis 150 Tagen.1 Diese teilt sich in drei verschiedene Phasen ein. Die erste ist die Wachstumszeit, in der die Wimper üblicherweise in circa 30 Tagen zur vollen Länge heranreift. Daraufhin verankert sich die Wimpernwurzel im Augenlid und schrumpft ab dem Zeitpunkt immer mehr. Weil keine Neuproduktion der Wurzel erfolgt, stirbt die Wimper zum Ende dieser Phase immer weiter ab. Sobald sich die Haarwurzel regeneriert, lässt sie eine neue Wimper heranwachsen, welche die verstorbene schließlich ablöst. In der Folge davon fällt diese aus. Aufgrund der Nähe zu unserem Sehorgan kann es daher schnell passieren, dass die abgestorbene Wimper durch Blinzeln in unser Auge gelangt.

Hinweis: Durch tägliches Abschminken und das Verwenden von Wimpernzangen, Mascara sowie unechten Wimpern werden die Wimpern strapaziert – das kann die Lebenszeit dieser verkürzen.

Ein Fremdkörper im Auge findet sich meist auf der Oberfläche des Auges, sprich auf Horn- oder Bindehaut sowie auf der Innenseite der Augenlider. Häufig bemerkt man ein vermehrtes Tränen, Rötungen sowie ein unangenehmes Gefühl im Auge.

Fremdkörper können aber auch in den Augapfel eindringen (Perforation). Bemerkbar kann sich das tiefere Eindringen durch folgende Augenbeschwerden machen:

  • Starke Augenschmerzen
  • Veränderungen des Auges, zum Beispiel Rötungen
  • Blutungen und Ausfluss am Auge
  • Verschwommenes Sehen

Ist ein Fremdkörper tiefer ins Auge eingedrungen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser wird eine entsprechende Behandlung einleiten.

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Fremdkörper im Auge entfernen

Die meisten der lästigen Eindringlinge werden bereits mithilfe der Tränenflüssigkeit und des Lidschlages entfernt. Mit jedem Lidschlag wird der dünne Tränenfilm auf dem Auge erneuert, neu produzierte Tränenflüssigkeit sorgt für die Reinigung der Augenoberfläche. Bei einem Fremdkörper im Auge wird vermehrt Tränenflüssigkeit gebildet und der Eindringling dadurch ausgespült. Von Reiben der Augen ist abzuraten, da der Fremdkörper dadurch die Hornhaut verletzen könnte.

Hält sich der Fremdkörper im Auge hartnäckig, kann versucht werden, diesen unter fließendem Wasser auszuspülen. Sollte dies nicht gelingen, lassen Sie Ihr Auge von einem Arzt untersuchen. Dieser kann feststellen, ob es sich um einen oberflächlichen Fremdkörper (intraokular) handelt oder dieser tiefer eingedrungen ist. Je nach Ergebnis wird er anschließend entsprechende Maßnahmen einleiten.

Oberflächlich gelegene Fremdkörper im Auge kann der Arzt einfach entfernen, falls nötig wird das Auge mit Augentropfen betäubt. Verletzungen der obersten Schicht, der Hornhaut, können in der Regel mithilfe von Augensalben behandelt werden. Der Genesungsverlauf wird durch eine weitere Untersuchung nach einigen Tagen überprüft.

Ist der Fremdkörper tiefer eingedrungen, wird der Arzt den Patienten an eine Augenklinik verweisen. Je nach Schweregrad wird eine medikamentöse Behandlung oder ein operativer Eingriff zur Behandlung und Eindämmung einer Entzündung angewandt.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei kleinen Fremdkörpern im Auge

Wer kleine Fremdkörper wie Insekten, Staubkörner oder eine Wimper im Auge hat, möchte sich möglichst schnell wieder von diesen befreien. Am einfachsten ist es, wenn Sie eine Person zur Entfernung um Hilfe bitten. Befindet sich beispielsweise eine Wimper im Unterlied Ihres Auges, dann sollte Ihr Helfer dieses nach unten ziehen, während Sie nach oben blicken. Nun muss die helfende Person mit einem befeuchteten Taschentuch den Fremdkörper vorsichtig Richtung Nase heraustupfen. Wichtig: In keinem Fall mit dem Tuch das Auge reiben. Haftet der Fremdkörper am Oberlid, dann ist es für die Beseitigung am sinnvollsten, diesen über das Unterlied herüber zu ziehen – so bleibt in den meisten Fällen der Fremdkörper an den unteren Wimpern festsitzen und Sie können diesen dann einfach von dort mit einem Taschentuch entfernen.

Tipps zur Vorbeugung: So können Sie Fremdkörper vermeiden

Fremdkörpern im Auge lässt sich in der Regel relativ einfach vorbeugen. Wer am Arbeitsplatz oder zu Hause mit Hammer oder Säge arbeitet, sollte stets eine Schutzbrille tragen – schnell können sonst kleinste Splitter ins Auge gelangen. Eine Verletzung der Hornhaut ist dann nicht auszuschließen. An vielen Arbeitsplätzen ist daher das Tragen von Schutzbrillen bereits Pflicht.

Auch beim Radfahren ist es ratsam, eine Brille zu tragen. Durch den Fahrtwind können kleine Insekten ins Auge gelangen. Selbiges gilt auch für Arbeiten im Garten oder zu Hause, schützen Sie Ihre Augen vor Fremdkörpern wie Sand oder anderen Gefahrenquellen wie Dornen. Haben Sie daher ein „wachsames Auge“ auf Ihre Umwelt.

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