Welche Symptome zeigen sich bei zu viel Bildschirmarbeit?


Der starre, intensive Blick bei der Arbeit am Bildschirm ist Schwerstarbeit für das Auge. Durch die hochkonzentrierte Fokussierung sinkt die Lidschlagfrequenz ganz automatisch und die Tränenflüssigkeit wird nicht mehr so gut auf der Hornhaut verteilt. Derjenige, der vor dem Computerbildschirm sitzt, bekommt trockene und juckende Augen – also genau jenes Problem, welches als „Office-Eye-Syndrom“ bezeichnet wird. Daneben können noch weitere typische Symptome – oft auch in Kombination – auftreten, zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen: Häufige Begleiterscheinung durch Anspannung und Konzentration am Bildschirm.
  • Brennen: Die Augen fühlen sich gereizt an, häufig mit einem unangenehmen Brennen oder Jucken.
  • Rötungen: Die Augen sind gerötet, was auf eine Überbeanspruchung und Reizung hinweist.
  • Unscharfes oder verschwommenes Sehen: Das lange Fixieren des Bildschirms kann die Sehschärfe zeitweise beeinträchtigen.
  • Müdigkeit der Augen: Ein Gefühl von Erschöpfung und Überanstrengung der Augenmuskeln tritt häufig auf.

Viele Betroffene reagieren auf diese digitale Augenbelastung, indem sie sich häufig die Augen reiben – was die Reizung jedoch noch verstärkt. Die Trockenheit ist aber nicht nur unangenehm, sie kann auch ernsthafte Folgen nach sich ziehen: Fremdköper werden nur noch schlecht ausgespült, außerdem haben es Bakterien deutlich leichter, sich anzusiedeln und beispielsweise eine Bindehautentzündung auszulösen.

Wie können Sie Ihre Augen bei der Arbeit am Bildschirm schonen?


Wer täglich lange am Bildschirm arbeitet, kennt die typischen Beschwerden des „Office-Eye-Syndroms“: brennende, trockene oder müde Augen. Mit einfachen Maßnahmen können Sie die digitale Augenbelastung reduzieren und Beschwerden gezielt vorbeugen.

1. Augen regelmäßig entspannen

Gönnen Sie Ihren Augen immer wieder kurze Auszeiten. Das hilft, Überlastung zu vermeiden und die Symptome des „Office-Eye-Syndroms“ zu lindern:

  • Lassen Sie den Blick regelmäßig in die Ferne schweifen, z. B. aus dem Fenster.
  • Schließen Sie für einen Moment die Augen und atmen Sie bewusst durch.
  • Probieren Sie die 20-20-20-Regel aus: Alle 20 Minuten den Blick für 20 Sekunden auf ein Objekt in 20 Fuß (ca. 6 Meter) Entfernung richten – das entspannt die Augenmuskulatur.

2. Ausreichend blinzeln

Beim konzentrierten Arbeiten sinkt die Lidschlagfrequenz – die Augen werden trockener. So erinnern Sie sich ans Blinzeln:

  • Bringen Sie einen kleinen Hinweiszettel an Ihren Bildschirm an.
  • Zwinkern Sie einmal pro Stunde für 10 Sekunden schnell hintereinander – so wird die Tränenflüssigkeit besser verteilt.

3. Raumklima optimieren

Klimaanlage im Sommer, Heizung im Winter – beides trocknet die Raumluft aus und belastet die Augen zusätzlich. So schaffen Sie ein augenfreundliches Raumklima:

  • Im Winter: Stellen Sie Schalen mit Wasser auf die Heizung.
  • Im Sommer: Lüften Sie regelmäßig – das verbessert die Luftfeuchtigkeit und tut auch den Schleimhäuten gut.

4. Bildschirmarbeitsplatz augenfreundlich einrichten

Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist auch für Ihre Augen wichtig. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Abstand zum Bildschirm: 50–80 cm
  • Positionierung: Bildschirm rechtwinklig zum Fenster, um Spiegelungen durch die Sonne zu vermeiden
  • Beleuchtung: Tageslicht ist ideal – ansonsten eignet sich eine Deckenleuchte in Kombination mit einer Schreibtischlampe für ausgewogene Ausleuchtung.
Infografik für einen augenfreundlichen Bildschirmarbeitsplatz: Abstand von 50–80 cm zum Bildschirm, gute Ausleuchtung durch Tageslicht oder Deckenleuchte und Schreibtischlampe, Bildschirm ist rechtwinklig zum Fenster positioniert.

5. Tränenersatzmittel bei anhaltenden Beschwerden

Wenn alle Maßnahmen nicht ausreichen, können künstliche Tränen helfen:

  • Ideal sind konservierungsmittelfreie Tropfen mit Hyaluronsäure, da sie viel Wasser binden und lange auf dem Auge haften.
  • Lassen Sie sich bei Bedarf vor der Anwendung vom Augenarzt oder Apotheker beraten – sie helfen Ihnen, das passende Präparat zu finden.

Wieso reagieren die Augen bei viel Bildschirmarbeit?


Beim konzentrierten Blick auf den Monitor oder das Smartphone verändert sich unser normales Blinzelverhalten deutlich: Die Lidschlagfrequenz sinkt stark ab, wodurch der schützende Tränenfilm nicht mehr gleichmäßig auf dem Auge verteilt wird. Dabei ist ein regelmäßiger Lidschlag unerlässlich für die Gesundheit der Augen und geschieht meist unterbewusst.

Jedes Mal, wenn die Lider geschlossen und wieder geöffnet werden, wird der Tränenfilm gleichmäßig auf der Oberfläche der Augen verteilt. Dieser Film befeuchtet:

  • die Innenseite der Lider,
  • die Bindehaut und
  • die Hornhaut,

was die Geschmeidigkeit der Strukturen erhält sowie Schmutz und Fremdkörper aus dem Auge entfernt. Die Tränenflüssigkeit enthält keimabtötende Substanzen und kann so Infektionen abwehren.

Eine ungünstige Sitz- oder Kopfhaltung, falsche Beleuchtung und trockene Raumluft können die Beschwerden des Computer-Vision-Syndrom verstärken.

Hilfe bei trockenen Augen

Betroffene müssen sich mit trockenen Augen nicht abfinden. Verschiedene Mittel können die Beschwerden lindern. Mehr dazu verrät Augenarzt Dr. Stefan Pfennigsdorf im kanyo®-Gesundheitspodcast.

Professionelles Podcast-Aufnahmestudio mit Mikrofonen und Kopfhörern auf einem Tisch – Symbolbild für die Podcasts des kanyo Gesundheitsnetzwerks.
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Podcast zum Sicca Syndrom
Lässt sich trockenen Augen vorbeugen? Welche Behandlung ist sinnvoll beim Sicca Syndrom? Die Informationen dazu finden Hörer im kanyo®-Gesundheitspodcast.

Häufig gestellte Fragen zum Office-Eye-Syndrom


Was ist das Office-Eye-Syndrom?

Das sogenannte Office-Eye-Syndrom, auch als Büro-Augen-Syndrom oder Computer-Vision-Syndrom bekannt, beschreibt Augenbeschwerden, die durch längeres Arbeiten an digitalen Bildschirmen wie Computern oder Smartphones entstehen. Diese digitale Augenbelastung führt häufig zu Symptomen wie trockenen, müden, brennenden oder juckenden Augen.

Sind Computerspiele schlecht für die Augen?

Computerspielen ist grundsätzlich nicht schädlich für die Augen.1 Allerdings kann längeres, ununterbrochenes Spielen am Bildschirm das sogenannte Computer-Vision-Syndrom auslösen. Dabei kommt es zu Symptomen wie trockenen, müden oder gereizten Augen sowie Kopfschmerzen. Um solche Beschwerden zu vermeiden, sind regelmäßige Pausen, bewusste Augenentspannung sowie eine gute Beleuchtung und der richtige Abstand zum Bildschirm wichtig.

Ist der Dark Mode besser für die Augen?

Obwohl viele Nutzer den Dark Mode als angenehmer empfinden, gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass dunkle Bildschirme die Augen tatsächlich schonen.2 Bei längerer Nutzung sind vor allem regelmäßige Pausen und bewusstes Abwenden des Blicks vom Bildschirm wichtig, um die Augen zu entlasten.

Was ist der optimale Abstand zwischen Bildschirm und Augen?

Der optimale Abstand zum Bildschirm hängt von dessen Größe ab. Bei einem durchschnittlichen Monitor sollten es 60 bis 80 Zentimeter sein. So zum Beispiel 70 cm Abstand bei 19 Zoll und 80 bis 90 cm bei 22 Zoll. Größere Displays können auch einen Abstand von bis zu einem Meter erfordern. Wichtig ist zudem, den Bildschirm mittig im Sichtfeld zu platzieren, um eine entspannte Haltung zu fördern.3

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Sandra Stöckl-Bayerlein Neben der Medizin schlägt Sandra Stöckl-Bayerleins Herz auch fürs Texten: Deswegen war es wenig überraschend für ihr Umfeld als sie an ihr Studium der Zahnmedizin noch ein Medizinjournalismus-Studium anschloss: Auf diesem Weg verschaffte sie sich alle Kenntnisse, die ein erfolgreicher Online-Redakteur im medizinischen Bereich haben muss. Für kanyo® arbeitete sie von 2015 bis 2020. Sandra Stöckl-Bayerlein Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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