Augenflimmern und Blitze im Auge – eine harmlose optische Täuschung?

Das plötzliche Wahrnehmen von Lichterscheinungen, Flimmern und Blitzen im Auge kann sehr beunruhigend sein. Sobald mit dem Sehvermögen etwas nicht stimmt, reagieren Betroffene meist zu Recht sehr empfindlich. Die unvermittelten Lichterscheinungen bei Augenflimmern, die mit dem Oberbegriff Photopsie bezeichnet werden, tauchen häufig im Zusammenhang mit epileptischen Anfällen und Migräne auf.

 Blendeffekte, Augenflimmern und Blitze im Auge beeinträchtigen die Sicht beim Autofahren.

Flimmerskotom und Migräne

Das Flimmerskotom ist zumeist ein sichtbarer Vorbote von Migräne. Es kann den Kopfschmerz-Attacken unmittelbar vorausgehen oder auch ohne Kopfschmerz auftreten. Flimmerskotome erscheinen in vielen Variationen, beginnen aber in der Regel als eine Art flirrender Lichtpunkt, der die Wahrnehmung beeinträchtigt. Dieser kann sowohl am Rand als auch in der Mitte des wahrgenommenen Raumes auftreten, also sowohl in demjenigen Bereich, der nur aus den Augenwinkeln wahrgenommen wird, als auch mitten im Zentrum des Blicks. Außerhalb der betroffenen Region bleibt das Sehvermögen in der Regel normal, der betroffene Bereich kann sich jedoch vergrößern, sich bogenförmig oder im Zickzack-Muster ausbreiten. Das Flimmerskotom entsteht in der Regel dadurch, dass ein sich ankündigender Migräneschub die Verarbeitung der optischen Reize im Gehirn verändert.

Das Flimmerskotom tritt zumeist für einen Zeitraum von einer Stunde in mehreren kurzen Schüben auf. Es verursacht zwar selbst keine Schmerzen oder Folgeerkrankungen, wenngleich einige Betroffene über ein Schwindelgefühl und Übelkeit während der Anfälle klagen. Dennoch kann ein solcher Gesichtsfeldausfall sehr gefährlich sein, zum Beispiel wenn er während des Autofahrens auftritt und dadurch die Fahrtüchtigkeit einschränkt.

Ursachen von Augenflimmern

Das Wahrnehmen von Lichtblitzen und Augenflimmern (Photopsie) kann, neben der Migräne, unterschiedlichste Auslöser haben. Tritt eine solche Erscheinung nur ein einziges Mal auf, kommen vergleichsweise harmlose Ursachen in Betracht, zum Beispiel Unterzuckerung oder eine Kreislaufstörung. Häufen sich diese Sehstörungen  jedoch, oder verschwinden nicht umgehend wieder, kann eine gefährliche Augenerkrankung dahinterstecken. In diesen Fällen ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

Blitze im Auge als Symptom schwerwiegender Augenerkrankungen

Länger anhaltendes Augenflimmern kann ein Anzeichen für eine ernsthafte Augenerkrankung sein. In der Regel treten hierbei – anders als beim migränebedingten Flimmerskotom – weitere Begleitsymptome auf, die auf die Krankheit hinweisen:

Wird neben Lichterscheinungen wie Blitzen im Auge auch ein unvermittelter Anstieg an schwarzen oder durchsichtigen Punkten und Flecken im Gesichtsfeld wahrgenommen, kann dies Anzeichen einer Glaskörper-Abhebung sein. Hierbei löst sich der Glaskörper  von der Netzhaut ab. Diese Krankheit wird mit zunehmendem Alter wahrscheinlicher, da der Glaskörper im Lauf des Lebens schrumpft. Dieser Schwund ist eine der häufigsten Ursachen für Augenflimmern, da durch die Verkleinerung des Glaskörpers ein Zug auf den Verbindungspunkten zur Netzhaut entsteht. Diese Zugkraft wirkt auf die Netzhaut und erzeugt so auf mechanischem Weg kurze Reize, die vom Gehirn als Flimmern, Blinken oder Blitze im Auge interpretiert werden.

Die Zugkräfte können dabei so stark sein, dass eine Netzhautablösung  entsteht. Hier löst sich die Netzhaut von der darunterliegenden Aderhaut ab und kann folglich nicht mehr von dieser mit Nährstoffen versorgt werden. Dieses Krankheitsbild erfordert sofortiges Handeln durch einen Augenarzt, da eine unbehandelte Netzhautablösung zur Erblindung führen kann.

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