Augenlasern: Exakte Behandlungsmethode oder risikoreicher Eingriff?

Viele Menschen leiden unter einer Fehlsichtigkeit. Während der eine nur beim Lesen zu seiner Brille greifen muss, sind andere dauerhaft auf eine Sehhilfe angewiesen, um den Alltag reibungslos bewältigen zu können. Wer aus ästhetischen oder praktischen Gründen keine Brille tragen möchte, greift oftmals auf Kontaktlinsen  zurück. Jedoch sind auch diese nicht immer die optimale Lösung: Hochwertige Linsen sind relativ teuer, nicht für jede Gelegenheit wie Saunieren oder Schwimmen geeignet und bedürfen einer täglichen Reinigung und Pflege. Hinzu kommt, dass nicht jeder Kontaktlinsen gut verträgt und die Anwendung zu trockenen Augen sowie Augenreizung führen kann.

Als Alternative bietet sich das Augenlasern an. Mittels verschiedenster Verfahren können präzise Korrekturen von Kurz- oder Weitsichtigkeit in einer Operation vorgenommen werden. Immer mehr Menschen in Deutschland greifen auf diese Methode zurück. Auch wenn das Augenlasern lang anhaltende und exakte Ergebnisse verspricht, sollten Sie einige wichtige Punkte gut bedenken und den Eingriff nicht unüberlegt durchführen lassen. Schließlich sind die Augen unsere wichtigsten Sinnesorgane.

Augenlasern macht Brillen unnötig.

Augenlasern ja oder nein? Für wen ist Augenlasern geeignet?

Augenlasern kann sowohl bei Weitsichtigkeit als auch Kurzsichtigkeit durchgeführt werden. Die Behandlung eignet sich bei Fehlsichtigkeit bis zu einem Wert von -8 Dioptrien beziehungsweise +4 Dioptrien. Auch Hornhautverkrümmungen können heutzutage beim Augenlasern mitkorrigiert werden. Allerdings gilt dies nur bei einer weniger stark ausgeprägten Fehlsichtigkeit. Unter Umständen kann hierfür außerdem eine zweite Operation notwendig sein. Um das Augenlasern vornehmen zu können, muss die Augenhornhaut dick genug sein, sonst stellt der Eingriff ein Risiko für die Augengesundheit dar.

Augenlasern kann mit Beginn der Volljährigkeit durchgeführt werden. Empfohlen wird es insbesondere in einem Alter von 30 bis 50 Jahren, da sich in diesem Zeitraum die Sehschärfe meist nicht stark verändert. Personen mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes sind von den Operationen ausgeschlossen.

Vor dem Augenlasern sollte man einiges bedenken

Da das Augenlasern keine medizinisch notwendige Operation ist, sollten die Vor- und Nachteile gut gegeneinander abgewogen und Risikofaktoren bedacht werden. Auch wenn das Augenlasern in speziellen Kliniken routinemäßig durchgeführt wird, kann es immer zu Komplikationen kommen, insbesondere wenn Entzündungen und Vernarbungen der Hornhaut auftreten. Ein relativ hoher Teil der behandelten Patienten klagt in den ersten Tagen nach der Operation über trockene Augen und eine erhöhte Licht- und Blendempfindlichkeit. Auch ein Fremdkörpergefühl im Auge tritt gerade in der Anfangszeit nach dem Augenlasern häufig auf. Darüber hinaus gelingt die exakte Korrektur der Sehschärfe nicht immer auf Anhieb und Folgeoperationen können notwendig werden.

Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, dass sich bei vielen Patienten in den Jahren nach dem Augenlasern die Werte der Sehschärfe weiter verändern und im späteren Leben oftmals eine Altersweitsichtigkeit einsetzt. Diese Sehschwächen werden durch das vorangegangene Augenlasern nicht ausgeglichen und können früher oder später dazu führen, dass das Tragen einer Brille wieder notwendig wird.

Darüber hinaus gilt zu bedenken, dass die Lasertechnik erst seit etwa zwanzig Jahren für die Augenkorrektur eingesetzt wird. Langzeitergebnisse, die über diesen Zeitraum hinausgehen, existieren daher nicht.

Was ist vor und nach der Augen-OP zu beachten?

Bevor Sie sich Ihre Augen lasern lassen, sollte eine ausführliche Untersuchung sowie ein Aufklärungsgespräch durch den Arzt erfolgen. Wenn Sie sich zu diesem Zeitpunkt schon nicht gut betreut und beraten fühlen, sollten Sie über den Wechsel zu einem anderen Laserzentrum oder Arzt nachdenken.

Zur Vorbereitung auf die Operation dürfen weiche Kontaktlinsen eine Woche und harte Linsen drei Wochen vor dem Augenlasern nicht mehr getragen werden. Außerdem müssen für einige Tage Augentropfen angewendet werden. Die Operation erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung der Hornhaut. Für das Augenlasern stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Die Vorgehensweise unterscheidet sich je nach Lasertechnik, letztlich wird jedoch bei allen Methoden ein Teil der Hornhaut abgetragen, um die Bündelung einfallender Lichtstrahlen zu korrigieren. Der Laservorgang ist praktisch schmerzfrei, lediglich das Offenhalten der Augen kann als unangenehm empfunden werden.

Nach der Operation kann eine Schutzkontaktlinse für wenige Tage getragen werden. Die Augen dürfen anfangs keinesfalls gerieben werden, es empfiehlt sich daher, nachts eine Augenklappe zu tragen. Auch Augentropfen müssen während der Nachsorge verwendet werden. Rauchige und staubige Umgebung sowie Autolüftungen und Klimaanlagen sollten in den ersten Wochen gemieden und auf Sport verzichtet werden. Im folgenden Jahr finden mehrere Nachsorgeuntersuchungen bei Ihrem Augenarzt statt.

Wo kann ich meine Augen lasern lassen?

Augenlasern wird deutschlandweit in vielen spezialisierten Kliniken angeboten. Nehmen Sie sich für die Wahl eines geeigneten Laserzentrums und Arztes genügend Zeit und lassen Sie sich vor dem Eingriff umfassend beraten. Ihr niedergelassener Augenarzt kann Ihnen wahrscheinlich auch geeignete Laserklinken empfehlen. Das TÜV Siegel kann bereits erste Hinweise auf die Qualität einer Klinik geben. Es bestätigt, dass in den vergangenen fünf Jahren mehr als 1000 Laseroperationen erfolgreich durchgeführt wurden.

Wie teuer ist das Augenlasern?

Die Kosten für das Augenlasern können von Klinik zu Klinik, nach Operationsmethode und Verlauf des Eingriffs variieren. In Rechnung gestellt wird in der Regel die Operation an sich sowie Beratung, Voruntersuchung und Nachbehandlung. Mit Kosten von mindestens 2000 Euro pro Auge ist hierbei zu rechnen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten des Augenlasern in der Regel nicht, die Behandlung kann jedoch als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden. Gelingt die Korrektur der Sehschärfe, können Sie dafür auf Brille oder Kontaktlinsen verzichten und so einen Teil der Kosten wieder einsparen. Verläuft die Operation erfolgreich und hält das Ergebnis für eine lange Zeit an, kann sich das Augenlasern lohnen – nicht unbedingt finanziell, jedoch für das individuelle Wohlbefinden.