Blepharitis (Lidrandentzündung): Ursachen, Symptome, Behandlung

Die Lidrandentzündung ist eine häufige Augenerkrankung und kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen. Blepharitis ist der medizinische Oberbegriff für eine Entzündung der Augenlider. Welcher Auslöser dahintersteckt, hängt vom exakten Krankheitsbild ab. Man unterscheidet zum einen zwischen akuter und chronischer Blepharitis, je nachdem wie lange die Entzündung anhält. Zum anderen wird je nach der anatomischen Lage der Erkrankung von vorderer (anteriorer) und hinterer (posteriorer) Blepharitis gesprochen.

Gerötete Augen können ein Anzeichen einer Blepharitis (Lidrandentzündung) sein.

Die Ursachen einer Lidrandentzündung sind abhängig vom Ort der Entzündung

Die vordere, oder auch anteriore, Blepharitis bezeichnet Entzündungen am Augenlid und an den Haarwurzeln der Wimpern sowie Hautirritationen am Lidrand. Obwohl eine anteriore Blepharitis verschiedene Ursachen haben kann, steckt häufig eine bakterielle Infektion oder eine seborrhoische Dermatitis dahinter – eine schuppende Hautentzündung.

Bei einer hinteren (posteriore) Blepharitis sind die Talgdrüsen am Rand der Augenlider (Meibom-Drüsen) betroffen. Sie produzieren eine ölige Substanz, die ein wichtiger Bestandteil des normalen Tränenfilms ist und die Oberfläche des Auges benetzt. Ist die Funktion der Talgdrüsen gestört und sie sondern eine übermäßige Menge an Talg ab, kann dies ein lästiges Brennen und eine Entzündung der Augen hervorrufen. Die Meibom-Drüsen können sich auch dann entzünden, wenn sich Bakterien oder andere Keime in den Lidrändern einnisten. Als weitere Ursache für eine hintere Blepharitis kommt unter anderem Rosazea in Betracht – eine chronische Hauterkrankung, die sich durch Rötungen im Mittelgesicht kennzeichnet.

Auch allergische Reaktionen, etwa auf bestimmte Kosmetikprodukte, Kontaktlinsen-Flüssigkeit oder Augenmedikamente, können eine Lidrandentzündung hervorrufen. In sehr seltenen Fällen sind es Milben oder Läuse, die sich in den Augenwinkeln einnisten und eine entzündliche Reaktion auslösen.

Symptome einer Blepharitis

Eine präzise Bestimmung, welche Art von Erkrankung vorliegt, kann nur von einem Arzt vorgenommen werden. Im Allgemeinen deuten jedoch folgende Symptome auf eine Blepharitis hin:

  • Verklebte Augenlider und verkrustete Wimpern, vor allem nach dem Schlafen
  • Rote Augen
  • Tränende , wässrige Augen
  • Ein sandiges, brennendes oder stechendes Gefühl in den Augen
  • Juckende Augenlider
  • Rote, geschwollene Augenlider
  • Abschuppung der Haut rund um die Augen
  • Häufigeres Bedürfnis zu Blinzeln
  • Lichtempfindlichkeit
  • Ausfall von Wimpern
  • Fremdkörpergefühl  im Auge

Eine Lidrandentzündung verursacht in der Regel keine bleibenden Schäden. Auch ein negativer Einfluss auf die Sehkraft ist nicht bekannt. Allerdings kann es, vor allem bei chronischen Verläufen der Blepharitis, zu Anschluss-Erkrankungen kommen. Die veränderte Hautflora im Augenbereich, der gestörte Tränenfilm und die unnatürliche Talgproduktion begünstigen die Entwicklung von Gersten- und Hagelkörnern und erhöhen das Risiko einer Horn- oder Bindehautentzündung

Behandlung und Pflege

Bei bakteriellen Infektionen können vom Augenarzt Antibiotika und entzündungshemmende Wirkstoffe verschrieben werden. Bei allergisch bedingter Blepharitis kann auch Kortison zur Anwendung kommen. Da diese Medikamente jedoch nicht zum längerfristigen Einsatz geeignet sind, ist besonders bei chronischen Verläufen oberstes Gebot: gewissenhafte Lidrandhygiene. Selbstpflegemaßnahmen wie die folgenden sind in vielen Fällen die effektivste Behandlung sowohl von anteriorer als auch von posteriorer Blepharitis:

Tägliche Reinigung des Auges: Entfernen Sie Verkrustungen am Lidrand und an den Wimpern mit einem in Wasser oder Olivenöl getränkten Wattepad oder Waschlappen. Verwenden Sie jeweils ein frisches, sauberes Tuch für jedes Auge.

Das Auge unbedingt sauber halten: keine Augenkosmetik und keine Kontaktlinsen verwenden.

Warme Kompressen können dabei helfen, das ölige Sekret in den Drüsen zu verflüssigen.

Die Verwendung von befeuchtenden Augentropfen (künstlichen Tränen) lindert die Symptome eines trockenen, gereizten Auges. Achten Sie bei der Auswahl der Tropfen auf möglichst hautschonende, konservierungsmittelfreie Produkte.

Die obenstehenden Pflegetipps können Sie während der akuten Entzündungsphase bedenkenlos drei bis viermal täglich anwenden. Doch auch nachdem die Symptome nachgelassen haben, sollten Sie die Maßnahmen weiterhin ein bis zweimal am Tag durchführen.

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