Rote Augen auf einen Blick
- Häufigste Ursache: Bindehautentzündung (Konjunktivitis) – ausgelöst durch Umweltreize, Viren oder Bakterien
- Harmlose Auslöser: Schlafmangel, Bildschirmarbeit, Zugluft, Staub, Chlorwasser, Kontaktlinsen
- Wann zum Arzt? bei Schmerzen, Sehstörungen, eitrigem Sekret, Lichtempfindlichkeit oder anhaltender Rötung
- Was hilft? Auslöser meiden, Augenpausen einlegen, bei Bedarf befeuchtende Augentropfen verwenden
- Wichtig: rote Augen sind kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern immer ein Symptom – die Behandlung richtet sich nach der Ursache
Warum werden Augen rot? Die Entstehung einfach erklärt
Von roten Augen sprechen Ärzte, wenn die feinen Blutgefäße in der Bindehaut stärker durchblutet sind als gewöhnlich – das Augenweiß (die Sklera) erscheint dadurch rosa bis tief gerötet. Diese Erweiterung der Äderchen ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Reize oder Entzündungen.
Rötungen können plötzlich oder schleichend auftreten, ein- oder beidseitig sein und von weiteren Symptomen wie Brennen, Jucken, Tränen oder Lichtempfindlichkeit begleitet werden. Kurzfristige Rötungen, die sich nach einigen Stunden von selbst zurückbilden, sind in der Regel unbedenklich. Hält die Rötung länger an oder verstärkt sie sich, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen roter Augen: Wann ist es harmlos, wann ernst?
Umweltbedingte Ursachen – meist harmlos
Die häufigsten Auslöser roter Augen im Alltag sind äußere Reize, die das Auge vorübergehend irritieren:
- Kosmetika: Make-up oder Cremes, die ins Auge gelangen, können Rötungen und Schwellungen verursachen
- Bildschirmarbeit: Wer lange auf Bildschirme schaut, blinzelt seltener – die Augenoberfläche trocknet aus und rötet sich (→ Office-Eye-Syndrom)
- Schlafmangel: Zu wenig Schlaf reduziert die Tränenproduktion und fördert Reizungen
- Zugluft und trockene Raumluft: Klimaanlagen und Heizungsluft entziehen dem Auge Feuchtigkeit
- Fremdkörper: Staub, Wimpern oder kleine Partikel lösen sofortige Rötung und vermehrten Tränenfluss aus
- Chlorwasser und UV-Strahlung: Freibad und starke Sonneneinstrahlung können die Bindehaut reizen
- Tabakrauch und Abgase: Chemische Reize führen zu Entzündungsreaktionen der Bindehaut
Tipp
Ist Kosmetik ins Auge gelangt, sofort gründlich mit klarem Wasser spülen. Schwillt das Auge an oder lässt die Rötung nicht nach, ist ein Augenarztbesuch notwendig.
Kontaktlinsen als Ursache roter Augen
Kontaktlinsenträger sind besonders häufig von roten Augen betroffen. Mögliche Gründe:
- Linse zu lange getragen (über die empfohlene Tragedauer hinaus)
- Ablagerungen auf der Linse reizen die Bindehaut
- Beschädigte oder falsch sitzende Linse
- Unsachgemäße Pflege oder Handhabung
Wer unter Kontaktlinsen regelmäßig rote Augen bekommt, sollte vorübergehend auf eine Brille umsteigen und einen Augenarzt aufsuchen.
Erkrankungen als Ursache roter Augen
Hinter anhaltend roten Augen kann auch eine behandlungsbedürftige Erkrankung stecken:
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Häufigste Ursache für rote Augen insgesamt. Kann durch Umweltreize (unspezifisch), Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Virale Formen gehen oft mit beidseitiger Rötung und Tränenfluss einher, bakterielle Formen zusätzlich mit eitrigem Sekret und verklebten Augen.
- Trockene Augen (Sicca-Syndrom): Chronisch unzureichende Befeuchtung der Augenoberfläche führt zu Reizung, Rötung und Brennen
- Lidrandentzündung (Blepharitis): Entzündung der Lidränder, oft kombiniert mit Rötung und Schuppung
- Hornhautentzündung (Keratitis): Entzündung der Hornhaut, häufig schmerzhaft und mit Lichtempfindlichkeit verbunden
- Gerstenkorn (Hordeolum): Bakterielle Entzündung einer Liddrüse, die Rötung und Schwellung verursacht
- Allergien: Pollen, Tierhaare, Hausstaub oder Schimmelpilze können allergische Reaktionen auslösen – typische Symptome sind juckende, tränende und gerötete Augen
Geplatzte Ader im Auge (Hyposphagma)
Eine geplatzte Ader im Auge sieht oft dramatischer aus, als sie ist: Ein kleiner roter Fleck im Augenweiß entsteht, wenn ein winziges Blutgefäß in der Bindehaut reißt – etwa durch Husten, Niesen, Pressen oder Reiben. In der Regel heilt das Hyposphagma innerhalb weniger Tage vollständig ab und erfordert keine Behandlung. Kommt es jedoch wiederholt zu geplatzten Äderchen, kann ein erhöhter Blutdruck oder eine Gerinnungsstörung dahinterstecken – das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Rote Augen und die Leber – gibt es einen Zusammenhang?
Einen direkten Zusammenhang zwischen roten Augen und der Leber gibt es in der Regel nicht. Allerdings kann eine ernsthafte Lebererkrankung die Augen verfärben – dann aber gelblich, nicht rot. Ursache ist eine erhöhte Konzentration von Bilirubin im Blut, einem Abbauprodukt roter Blutkörperchen. Diese Gelbfärbung des Augenweißes (Ikterus) ist ein Hinweiszeichen auf eine mögliche Leberfunktionsstörung und sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Rote Augen: Wann sollte man zum Augenarzt?
Rote Augen, die nach ein bis zwei Tagen nicht besser werden oder von weiteren Symptomen begleitet sind, sollten von einem Augenarzt untersucht werden.
Suchen Sie umgehend einen Augenarzt auf, wenn folgende Begleitsymptome auftreten:
- Augenschmerzen oder Druckgefühl im Auge
- Sehverschlechterung oder Sehstörungen
- Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
- eitriges oder schleimiges Sekret / verklebte Augen
- veränderte Pupillengröße (verengt oder erweitert)
- Kopfschmerzen, Übelkeit oder allgemeines Krankheitsgefühl
- Rötung nach einer Augenverletzung
Diese Symptome können auf eine ernstzunehmende Augenerkrankung hinweisen, die ohne Behandlung zu dauerhaften Schäden führen kann.
Augentropfen bei roten Augen – welche helfen wann?
Die Wahl der richtigen Augentropfen hängt von der Ursache ab:
| Ursache | Empfohlene Augentropfen |
| Trockene Augen / Bildschirmarbeit | Befeuchtende Augentropfen (z. B. mit Hyaluronsäure) |
| Umweltreize / leichte Reizung | Augentropfen mit Augentrost (Euphrasia) |
| Allergische Reaktion | Antihistaminische Augentropfen |
| Bakterielle Bindehautentzündung | Antibiotische Augentropfen (nur auf ärztliche Empfehlung) |
Wichtig: Abschwellende Augentropfen (sogenannte „Weißmacher"), die die Rötung nur optisch kaschieren, sind keine Behandlung – sie beheben nicht die Ursache und können bei längerem Gebrauch die Beschwerden sogar verstärken. Bei unklarer Ursache oder anhaltenden Beschwerden immer zuerst einen Augenarzt aufsuchen.
Hausmittel und Tipps gegen rote Augen
Leichte, umweltbedingte Rötungen lassen sich oft mit einfachen Maßnahmen lindern:
Im Alltag
- regelmäßige Bildschirmpausen einlegen (20-20-20-Regel: alle 20 Minuten 20 Sekunden in 20 Fuß Entfernung schauen)
- mindestens 1,5 Liter Wasser täglich trinken
- ausreichend schlafen (7–8 Stunden)
- Raumluft befeuchten, regelmäßig lüften
- bei Sonnenschein eine UV-Schutz-Sonnenbrille tragen
Zur Vorbeugung
- Kontaktlinsen korrekt pflegen und nicht zu lange tragen
- Augen nicht mit den Händen reiben
- Ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
- Spaziergänge an der frischen Luft – Natur und Fernsicht entlasten die Augen
Häufig gestellte Fragen zu roten Augen
Rote Augen entstehen, wenn die Blutgefäße in der Bindehaut stärker durchblutet sind als normal. Häufige Auslöser sind Bindehautentzündungen, trockene Augen, Allergien, Schlafmangel, Bildschirmarbeit, Zugluft und Fremdkörper. In selteneren Fällen stecken ernsthaftere Augenerkrankungen dahinter.
Zunächst den möglichen Auslöser identifizieren und meiden. Bei Bildschirmarbeit: Pausen einlegen. Bei Trockenheit: befeuchtende Augentropfen verwenden. Lassen die Beschwerden nicht nach oder kommen Schmerzen, Sehstörungen oder Sekret hinzu, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.
Das hängt von der Ursache ab. Durch Umweltreize bedingte Rötungen klingen meist innerhalb weniger Stunden bis eines Tages ab. Eine virale Bindehautentzündung kann ein bis zwei Wochen andauern, eine bakterielle Form bessert sich mit antibiotischer Behandlung meist nach einigen Tagen.
Bei trockenen Augen helfen befeuchtende Tropfen mit Hyaluronsäure, bei leichten Reizungen Augentropfen mit Augentrost (Euphrasia), bei Allergien antihistaminische Tropfen. Bei bakterieller Infektion sind antibiotische Tropfen notwendig – diese erfordern eine ärztliche Diagnose.
Ein Hyposphagma (geplatzte Ader) ist in der Regel harmlos und heilt innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Keine Behandlung notwendig. Tritt es häufig auf, sollte ein Arzt die Ursache abklären (z. B. erhöhter Blutdruck).
Stress kann indirekt zu roten Augen beitragen – etwa durch Schlafmangel, häufiges Reiben der Augen oder einen erhöhten Blutdruck, der das Risiko für geplatzte Äderchen erhöht. Ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen psychischem Stress und roten Augen ist wissenschaftlich bislang nicht belegt.