Rote Augen – was steckt dahinter?

So viel vorab: Rote Augen sind keine Krankheit, sondern ein Symptom, das auf eine Vielzahl von Krankheiten hinweisen kann. Häufig treten gemeinsam mit der Rötung auch unangenehmes Tränen und Brennen auf. Hier erfahren Sie, welche Ursachen für rote Augen infrage kommen und was helfen kann.

Rote Augen

Rote Augen: Wie es dazu kommt

Von geröteten oder roten Augen sprechen Ärzte, wenn die Äderchen im Auge stärker durchblutet sind als gewöhnlich und das Augenweiß dadurch verfärbt erscheint. Rötungen können sehr plötzlich sowie ein- und beidseitig auftreten.
Völlig unbedenklich ist in der Regel die kurzfristige Reaktion auf einen eingefangenen Fremdkörper. Sobald durch die vermehrte Tränenproduktion beispielsweise das Staubkorn ausgespült wurde, beruhigt sich das Auge wieder, Rötungen und Brennen lassen nach. Rötungen, die sich hingegen nicht zurückbilden oder sich gar verstärken, sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, hier könnte eine ernstzunehmende Erkrankung der Auslöser sein.

Häufige Ursachen für rote Augen

Zu roten Augen kann es entweder kommen, weil die Augen durch Umwelteinflüsse gereizt werden oder aufgrund von Erkrankungen beziehungsweise Infektionen des Auges.

Sowohl Umweltreize als auch eine Infektion können zu einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) führen. Daher ist die Bindehautentzündung auch der häufigste Grund für rote Augen. Die entzündliche Reaktion geht mit erhöhter Tränenproduktion und einer Schwellung des Auges einher. Ist das Auge aufgrund einer Bindehautentzündung nur gerötet, handelt es sich meist um eine sogenannte unspezifische Bindehautentzündung. Das heißt: Äußere Einflüsse wie Zugluft, verschmutzte Kontaktlinsen oder Abgase haben das Auge über einen längeren Zeitraum gereizt, woraufhin dieses mit einer Entzündungsreaktion reagiert. Bei dieser Art der Bindehautentzündung liegt keine Infektion durch einen Erreger vor. Wenn hingegen beide Augen rot sind und schmerzen, steckt vermutlich eine durch Viren hervorgerufene Bindehautentzündung dahinter. Kommt noch ein eitriges Sekret hinzu, welches die Augen verklebt, spricht das für eine bakterielle Bindehautentzündung.

Umweltfaktoren als Ursache für rote Augen

Die Ursache für kurzfristige Rötungen liegt meist in einer Reizung oder in einer Überanstrengung des Auges. Im Sommer sind das häufig eine hohe Sonneneinstrahlung oder Chlorwasser im Freibad. Weitere umweltbedingte Auslöser sind:

Besonders Kosmetikprodukte, die rund um die Augen verwendet werden, können leicht ins Auge gelangen und zu Rötungen führen.

Tipp: Wenn Ihnen Creme oder Mascara ins Auge geraten ist, sollten Sie es intensiv mit Wasser spülen, um alle Reste zu entfernen. Wird das rote Auge nicht besser oder schwillt es gar an, ist ein Besuch beim Augenarzt nötig.

Auch Kontaktlinsenträger haben manchmal rote Augen. Hierfür kommen in der Regel verschiedene Ursachen infrage:

  1. Die Kontaktlinse wurde bereits über ihre angegebene Haltbarkeit hinweg im Auge getragen.
  2. Es haben sich Ablagerungen gebildet, die das Auge reizen.
  3. Die Linse ist defekt (eingerissen oder es fehlt ein Stück).
  4. Der Kontaktlinsenträger handhabt die Sehhilfen falsch.
  5. Die Linse sitzt nicht richtig.

Erkrankungen als Ursache für rote Augen

Eine häufige Erkrankung, die zu roten Augen führt, ist das Sicca-Syndrom, also trockene Augen. Trockene Augen entstehen, wenn Horn- und Bindehaut nur unzureichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden. Das Auge reagiert darauf unter anderem mit Brennen, Juckreiz und Rötungen. Werden trockene Augen nicht rechtzeitig behandelt, kann sich eine chronische Bindehaut- oder Hornhautentzündung entwickeln.
Ebenso können unter anderem folgende Erkrankungen und Komplikationen rote Augen hervorrufen:

Zudem können Allergien rote Augen verursachen. Pollen, Tierhaare und Schimmelpilze lösen bei manchen Menschen heftige allergische Reaktionen wie Schnupfen, Niesattacken und sogar Asthma aus. Allergiker klagen häufig über tränende und juckende Augen, die rot unterlaufen sind.

Sonderfall: Hyposphagma (Äderchen im Auge geplatzt)

Eine geplatzte Ader im Auge sieht meist schlimmer aus, als sie wirklich ist. Manchmal genügt schon kräftiges Husten und eine Stelle im Augenweiß färbt sich rot. Grund zur Sorge ist dies selten, meistens verschwindet die Rötung nach wenigen Tagen wieder. Sollte es jedoch öfter zu geplatzten Äderchen kommen, könnte ein erhöhter Blutdruck oder eine Gerinnungsstörung Ursache sein. Dies sollte ärztlich abgeklärt werden.

Rote Augen: Wann zum Arzt?

Bemerken Sie neben den geröteten Augen folgende Symptome, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen:

  • Schmerzen
  • Sehstörungen
  • eine verengte oder erweiterte Pupille
  • Lichtempfindlichkeit
  • eitriges Sekret
  • Kopfschmerzen, Übelkeit oder Krankheitsgefühl

Diese Begleitsymptome deuten auf eine ernstzunehmende Erkrankung hin, die vom Augenarzt behandelt werden muss.

Um die richtige Diagnose stellen zu können, untersucht der Augenarzt das gerötete Auge genauer. Dazu nutzt er in der Regel eine sogenannte Spaltlampe, mit deren Hilfe er das Auge vergrößert begutachten kann.

Therapiemöglichkeiten

Ob eine Behandlung des roten Auges wirklich notwendig ist, hängt voll und ganz von der Ursache ab, die die Verfärbung hervorgerufen hat. Falls Sie unter roten Augen leiden, weil Sie zu wenig schlafen oder zu viel vor dem PC sitzen, ist es relativ einfach, die Auslöser abzustellen: Es dürfte im Normalfall ausreichen, auf eine angemessene Nachtruhe zu achten und den Augen genügend Arbeitspausen zu gönnen. Leichte Augentropfen, zum Beispiel mit Augentrost (Euphrasia), können den Augen bei der Regeneration helfen. Sind die Beschwerden auf Kontaktlinsen zurückzuführen, wäre es zunächst sinnvoll, eine Zeit lang wieder eine Brille zu tragen.

In andere Fällen können rote Augen jedoch sehr wohl behandlungsbedürftig sein: Dazu zählen Allergien, trockene Augen und Bindehautentzündungen. Gerötete Augen aufgrund einer Allergie bekommen Betroffene normalerweise gut mit Augentropfen in den Griff, die ein Antihistaminikum (Antiallergiemittel) als Wirkstoff enthalten. Ebenso werden trockene Augen mit befeuchtenden Augentropfen behandelt, die beispielsweise Hyaluronsäure enthalten. Bei einer bakteriellen Infektion des Auges, wie es bei einer Bindehautentzündung der Fall sein kann, kommen Salben oder Tropfen zum Einsatz, die mit Antibiotika angereichert sind.

– Anzeige –

Hylo Eye Care

Abschließende Tipps für gesunde Augen

Nicht immer kann ein rotes Auge vermieden werden, es macht dennoch Sinn, vor allem im Alltag auf gewisse Dinge zu achten, die den Augen guttun. Dazu zählt folgendes:

  • Spaziergänge an der frischen Luft
  • Regelmäßiges Lüften.
  • Die Raumluft feucht halten.
  • Den Augen öfters eine Pause gönnen.
  • Ausreichend schlafen.
  • Etwa zwei Liter täglich trinken.
  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten.
  • Bei starkem Sonnenschein eine Sonnenbrille tragen.
  • Ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung gehen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: